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Eine Reise mit einem doppelten Anliegen
Einweihung der restaurierten evangelischen Kapelle in Gehlenburg
Einweihung eines Gedenksteines auf dem früheren Friedhof in Masten.

Ein Beitrag von Edeltraud Rostek, Pr. i. R.

Am 11. September 2001 rüsteten wir uns - vier Menschen aus Troisdorf bei Köln und zwei aus Heilbronn - zu einer Reise in unseren Heimatkreis. Drei von uns sind in Masten im Kreis Johannisburg geboren. In zwei Tagen, mit einer Übernachtung vor der Grenze, konnten wir die 1.300 Kilometer gut zurücklegen. Geduldig warteten Frau Michalzik, die unsere Vorhaben sehr gut organisiert hatte, und unsere Pensionswirtin „Agata° mit dem späten Nachtessen auf uns.

Zwei Anliegen bestimmten unsere Reise:

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die Einweihung der restaurierten evangelischen Kapelle in Gehlenburg und

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die Einweihung eines Gedenksteines auf dem früheren Friedhof in Masten.

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die Einweihung der restaurierten evangelischen Kapelle in Gehlenburg

In der evangelischen Kapelle in Gehlenburg sind der Fußboden des Vor- und Kirchenraumes und der Sakristei mit hellen Keramikplatten verlegt, eine Decke eingezogen und die Wände mit einem hellen Grün ausgemalt worden. An eine neue Stromleitung kann die Gemeinde sechs gestiftete Ölradiatoren (Heizkörper) im Kirchraum und zwei in der Sakristei anschließen. Der Dachstuhl erforderte größere Ausbesserungen und neue Dachlatten, bevor er mit roten Ziegelpfannen gedeckt wurde.

Dankenswerterweise haben ein Freundeskreis innerhalb der Kreisgemeinschaft Johannisburg, die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) (Anmerkung der Redaktion: Auf die Möglichkeit, bei der EKD um einen Beitrag für die Restauration des Innenraums der Kapelle zu bitten, hat die Kreisgemeinschaft Frau Rostek hingewiesen, zumal die Gemeinde zum Betreuungskreis dieser Kirche gehörte.) und die Evangelische Kirche der Union (EKU in Berlin-Brandenburg) die Innenrestauration ermöglicht. Die Erneuerung des Daches finanzierte Herr Pfarrer i.R. Paul Pissowotzki aus Heilbronn durch eine Spende. Er ist in Masten geboren und war 1938 Vikar der Bekennenden Kirche bei Herrn Pfarrer Heldt in Gehlenburg. 1935 hielt er dort bereits seine erste Predigt. Wir danken Gott, daß Herr Pfarrer Pissowotzki in seinem hohen Alter an der Einweihung der evangelischen Kapelle in Gehlenburg teilnehmen konnte. Die Einweihungsfeier am Samstag, dem 15. September, um 15.00 Uhr leitete der evangelische Regionalbischof Rudolf Bazanowski aus Allenstein. (Leider war er am Sonntag verhindert.) Kirchgemeindeglieder aus Gehlenburg, Johannisburg und der weiteren Gemeinde nahmen am Gottesdienst teil. Den Altarraum belebte ein von Herrn Rudolf Heldt gespendeter Teppich, den Altar schmückten ein von Herrn Pfarrer Pissowotzki gestiftetes 52 cm hohes Kruzifix aus Bronze und zwei dazu gehörende Leuchter, weiterhin ein silberner Abendmahlskelch, innen vergoldet, und ein silberner, ganz vergoldeter Brot-(Oblaten-)teller und eine versilberte Brotdose. Die Vorsitzende des Deutschen Vereins in Johannisburg, Frau Mira Kreska, überreichte während des Gottesdienstes einen schmiedeeisernen Leuchter mit einer gestalteten Kerze, die von Herrn Gerhard Bosk im Auftrage der Spenderin an die Vorsitzende des Freundeskreises Rosch geschickt worden war.

Am Anfang des Gottesdienstes gab Herr Pfarrer Rej einen Überblick über die Entstehungsgeschichte und die Restaurationsarbeiten der Kapelle, leider in nicht übersetzten polnischen Worten.

Dem Grußwort, um das ich, Edeltraud Rostek, Pn. i. R., gebeten wurde, stellte ich Worte aus dem 84. Psalm voran: Wie lieb sind mir deine Wohnungen, Herr Zebaoth. Meine Seele verlangt und sehnt sich nach den Vorhöfen des Herrn. Mein Leib und Seele freuen sich in dem lebendigen Gott.“. Ich konnte etwas zu dem Kelch und dem Brotteller aus dem Besitz von Herrn Pfarrer Pissowotzki sagen . Sie sind die Behältnisse für das Mahl der Christen, das ihre Seele stärkt und sie mit Zuversicht und Freude erfüllt. Ursprünglich nahm das Gottesvolk das Mahl ‚gegürtet‘ ein, um zu neuen Aufgaben aufzubrechen. So können auch wir es heute feiern.

Auf dem Kruzifix hält der gekrönte Christus seine ausgebreiteten Arme der Gemeinde segnend entgegen. Frieden strömt sein Antlitz inmitten äußersten Leidens aus. Die Krone auf seinem Haupt weist uns darauf hin, dass der durch Leiden hindurchgegangene Gottessohn Menschenherzen beherrscht; die großen Kerzen auf den Leuchtern versinnbildlichen das Gotteslicht, das uns erhellt.

Als Sprecherin der Gemeinde antwortete die junge Kirchenälteste, auch Mitglied des Vorstandes des Deutschen Vereines in Johannisburg, Frau Beate Ehlert auf die Übergabe des Abendmahlsgerätes mit einem Wort aus dem Neuen Testament, sinngemäß: Der Segenskelch, über dem wir den Segen sprechen, und das Brot, das wir brechen, sind die nicht die Gemeinschaft mit Christus?“. Sie schloss mit einem Gebet, in dem es auch hieß: Sei mit den jungen Menschen, die hier konfirmiert werden, mit den Ehepaaren, die hier getraut werden, mit der ganzen Gemeinde, die hier gesegnet wird!“

Herr Pfarrer Pissowotzki bot plastisch den biblischen Abschnitt aus 1. Mose 28,10-22 dar, in dem Jakob, vor seinem betrogenen Bruder Esau fliehend, träumend die Engel Gottes auf einer Himmelsleiter herauf- und herniedersteigen sieht. Gott hört er reden:  „...Und siehe, ich bin mit dir und will dich behüten, wo du hinziehst, und will dich wieder herbringen in dieses Land“ ....Als Jakob erwachte, sagte er: Fürwahr, der Herr ist an dieser Stätte... Hier ist die Pforte des Himmels.“ Und er gelobte ...Wird Gott mich wieder heimbringen, so soll der Stein, den ich aufgerichtet habe, ein Gotteshaus werden...”

Seine polnisch gehaltene Predigt über diesen Abschnitt fasste der Bischof erfreulich in kurzen deutschen Worten zusammen. Er schuf eine Parallele vom Haus Gottes, das Jakob aufrichten wollte, zu unserer evangelischen Kapelle in Gehlenburg. Sie solle eine Stätte werden, in der Gott seine Wohnung hat und behält.

Am Schluß des Gottesdienstes feierten wir das Heilige Abendmahl, aus dem neuen Kelch und Brotteller dargereicht. Es ist mir immer ein Erlebnis, an dieser Stätte an der Feier des Heiligen Abendmahles teilzunehmen. Die Lieder Lobe den Herren, den mächtigen König“ und Großer Gott, wir loben dich“, sangen die Gemeindeglieder teilweise in deutscher und polnischer Sprache.

Nach dem Gottesdienst sorgten die Gehlenburger mit Kaffee und Kuchen, den sie gebacken hatten, für ein längeres gemütliches Beisammensein im Kulturhaus. Mit dem Bischof und Pfarrer der Gemeinde konnten wir Weiteres besprechen.
 

Quelle:
 Johannisburger Heimatbrief 2002, Seite 68-70

 
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