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Johannisburg in Ostpreußen

 
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Festschrift zur Feier des 500jährigen Bestehens
von Bialla Ostpr.  1428 - 1928

Kommunalpolitisches der Stadt Bialla
aus den letzten 25 Jahren

Von Stadtverordneten-Vorsteher Tetzlaff.

Das 500jährige Ortsjubiläum der Stadt Bialla ist ihren Bewohnern ein historisch wichtiges Ereignis und bietet willkommene Gelegenheit, dem gegenwärtigen Geschlecht und den späteren Generationen einige Bilder der Vergangenheit aus Kultur und Geschichte unseres Ortes vor Augen zu führen. Während die vorhergehende Abhandlung Schattenrisse aus der ältesten und älteren Zeit der Jubilarin zeigt, hat der Verfasser es sich zur Aufgabe gemacht, das Werden und Wachsen unserer Stadtgemeinde in den letzten 2 1/2 Jahrzehnten näher zu beleuchten.

I. Das Weichbild der Stadt.

Das Grenzstädtchen ist erst durch den Weltkrieg im weiteren Vaterlande bekannt und viel genannt worden. Es liegt, obwohl 138,066 m über dem Meeresspiegel, in einem Tal, so daß man - von Norden und Osten kommend - die Stadt erst in ihrer unmittelbaren Nähe wahr nimmt. Aus der Vogelperspektive betrachtet, bietet sie mit ihrer Umgebung einen lieblichen Anblick und zeigt offensichtlich den Charakter eines Landstädtchens. Jeder Fremde und Einheimische, der sich nicht scheut, den 38 m hohen städtischen Wasserturm zu besteigen, ist von ihrem Bild entzückt. Die geraden, breiten Straßen mit ihren geschlossenen Häuserreihen, die roten Ziegeldächer inmitten des vielen Grüns, die nach 6 Richtungen auslaufenden meist schnurgeraden Chausseen und die in jüngerer und jüngster Zeit entstandenen Siedlungsbauten, die das Stadtbild gleichsam einrahmen, hinterlassen beim besinnlichen Beschauer einen nachhaltigen Eindruck.

II. Die Umgebung.

1. Der Stadtpark.

Vor 25 Jahren zeigte Bialla, was seine Umgebung anbetrifft, ein wesentlich anderes Aussehen als heute. Bis zum Jahre 1903 besaß die Stadt keinen eigenen Platz, auf dem die Vereine ihre Sommervergnügen abhalten konnten. Auf Anregung des damals mit großer Umsicht und Tatkraft amtierenden Bügermeisters Schorlepp (1886-1909) faßten die städtischen Körperschaften den Beschluß, den früheren Exerzierplatz der in Bialla stationierten Schwadron schwarzer Husaren, an der Chaussee nach Drygallen gelegen, anzukaufen und aufzuforsten. Diente doch dieser Platz in den letzten Jahren nur zur Entnahme von Sand und als Weideplatz. 1889 wurde mit der Aufforstung begonnen, nachdem die Provinz hierzu eine Beihilfe von 300 Mark bewilligt hatte. lm Jahre 1903 kam zum Stadtpark eine ca. 2 ha große Ackerparzelle hinzu, so daß der Park nunmehr die Größe von 6,6490 ha hatte. Die Stadt kaufte 1921 von der hies. Kirchengemeinde ein 7 1/2 ha großes Stück Oedland für den Preis von 3.000 Papiermark, das gleichfalls zur Vergrößerung des Parkes dienen sollte. Es ist der Verdienst des derzeitigen Bürgermeisters Dirksen, den Ankauf und die Anforstung dieses Geländes angeregt und gefördert zu haben. Der vor dem Kriege am Ort bestehende Verschönerungs-Verein hatte die erforderlichen Nachpflanzungen ausführen zu lassen, und für die Ausstattung aller schattigen Plätze mit Tischen und Bänken Sorge zu tragen. Diesem Verein lag auch die Pflege des mitten in der Stadt liegenden Verschönerungsplatzes ob. Dieser Platz ist ebenfalls eine Schöpfung des oben genannten Bürgermeisters. Er war bis dahin Abladeplatz für Schutt und Asche, wurde nach seiner Räumung mit Bäumen bepflanzt, von einer Hecke umgeben, und war ein oft und gern besuchter Spielplatz der Kinder im vorschulpflichtigen Alter. Vorübergehend diesem Zweck entzogen, soll er demnächst wieder seiner früheren Bestimmung überlassen werden.

2. Die Siedlungen.

Eine weitere Aenderung in der Umgebung der Stadt brachte die 1908/1909 erfolgte teilweise Parzellierung des Stadtgutes Eichenthal, das 1 km entfernt gelegen ist, mit sich. Diese ersten Siedlungsbauten boten anfangs - Wohnhaus und Stall unter einem Dach - einen fremdartigen Anblick. Heute, von schönen Obstgärten eingeschlossen, umsäumen sie das Stadtbild und geben ihm ein zeitgemäßes und doch freundliches, friedliches Gepräge. Bald nach dem Kriege begann auch die Stadt zu siedeln. Auf einem 4 ha großen städtischen Gelände in unmittelbarer Nähe (Nordwesten) entstand 1924 das erste Siedelungshaus mit 2 Wohnungen, 1925 wurden 2, 1927 wieder 2, 1928 drei Gebäude aufgeführt. Am 1. Oktober 1928 werden insgesamt 8 Siedlungen mit 28 Wohnungen errichtet sein. Es sind 2- und 3-Zimmerwohnungen, deren Mietpreis sich monatlich zwischen 25 und 50 Mark bewegt. Die solide praktische Bauart, die Zugehörigkeit geräumiger Stallungen und die Beigabe eines größeren Stückes Gartenland läßt sie begehrenswert erscheinen, zumal allen Siedlern die Möglichkeit geboten ist, hier Obstbau, Geflügel- und Bienenzucht zu betreiben. Alle Wohnungen sind bereits vergeben. Die Finanzierung und Ausführung der Bauvorhaben lag in Händen der Ostpr. Heimstätte, Zweigstelle Sensburg. Die Anlage findet ungeteilten Beifall und gewährt einen Ausblick für die Entwicklungsmöglichkeit der Stadt in kommenden Zeiten. Hier ist ein neuer Stadtteil im Entstehen begriffen.

Auch die Landgesellschaft hat nach Aufteilung des Stadtgutes Kurt Leopold 1927 in der Umgebung der Stadt reichlich gesiedelt. Es sind im ganzen 23 Siedlungsbauen aufgeführt. Der Stadtgemeinde hat sie eine abgeholzte Waldparzelle in Größe von 20 ha zwecks Aufforstung zum Geschenk gemacht.

III. Das Stadtinnere.

Die Stadt selbst weist im letzten Vierteljahrhundert kaum eine Aenderung auf. Die vielen gepflegten Lindenbäume am Markt und in den Straßen erinnern gleichfalls an Bürgermeister Schorlepp. Der Marktplatz in unserer Stadt ist seiner Größe wegen (1 1/2 ha) allgemein bekannt. Er sieht zur Sommerszeit einem Weideplatz nicht unähnlich. Die Verwaltung hat unter Verwendung der verschiedensten Mittel alles versucht, das frische Grün zum Absterben zu bringen, leider immer vergeblich. Doch hoffen wir, daß die Zukunft auch dieses schwierige Problem zu lösen imstande ist. Das Pflaster des Marktes und der Straßen ist im Kriege stark überlastet worden und befindet sich in einem verbesserungsbedürftigen Zustande. Durch Einstellung größerer Mittel in den Etat ist die Stadtverwaltung bemüht, diesem Mißstande abzuhelfen. Die Warnungstafeln des Allg. Deutschen Automobilklubs vor den Toren mit der Aufschrift: "Bialla - Fahrt vorsichtig!" wirkt auf den Fremden wenig einladend, haben aber leider ihre Berechtigung.

Oeffentliche Bauten: (Das Rathaus).

Mitten auf dem Marktplatz erhebt sich das neue Rathaus an der Stelle des 1772-1777 erbauten alten. Dieses war ein einstöckiger Feldsteinbau, in dem neben den Verwaltungsräumen noch 4 Schulklassen untergebracht waren. Der Fußboden war niedriger als das Straßenniveau, die Luft in dem Steingemäuer kalt, feucht und ungesund. Das Dach war unverschalt, die hölzernen Gesimse dem Einsturz nahe. Da faßte die Stadtverordneten-Versammlung am 14. Juni 1907 den Beschluß, das alte Haus abzubrechen und ein neues zu errichten. Die Ausführung des Baues wurde dem 1914 in russische Gefangenschaft verschleppten und nicht mehr heimgekehrten Maurer- und Zimmermeister Karl Fischöder, von hier, übertragen. Die feierliche Grundsteinlegung des jetzigen Rathauses fand am 13. Okt. 1908 in Gegenwart des Regierungspräsidenten von Hellmann, Allenstein und vieler geladener Gäste statt, wobei eine Urkunde mit der Unterschrift aller Festteilnehmer, einige Zeitungen und ein Taler mit dem Bildnis des früheren Kaiser Wilhelms II. eingemauert wurden.

Der Bau wurde 1909 weitergeführt und fand im Spätherbst desselben Jahres seine Vollendung. Es war dem Vater dieses Baues, dem in der Stadtgeschichte so oft genannten Bürgermeister Schorlepp, der am 31.3.1909 krankheitshalber in den Ruhestand getreten war, nicht mehr vergönnt, die Krönung des Werkes zu vollziehen. Die Weihe des Rathauses erfolgte am 15. Januar 1910 und wurde von seinem Nachfolger Dr. jur. Otto Braun vorgenommen, der aus Anlaß dieses Aktes seine Festrede hat drucken lassen. Einzelne Exemplare dieses Schriftchens und ein Verwaltungsbericht haben sich trotz des Krieges erhalten und sind ein bleibendes Andenken an unseren "Kriegsbürgermeister". An dieser Stelle sei dem Verfasser, dessen Arbeiten diesem Bericht wertvolle Fingerzeige gegeben haben, Dank ausgesprochen. Die Bausumme betrug 67.259,08 Mark, die des Anschlages 65.850,00 Mark. Das Rathaus enthält im unteren Stockwerk die Büroräume, die Stadtkasse, die Stadtkassenrendanten-, die Polizeiwachtmeisterwohnung und das Polizeigefängnis; im oberen Stockwerk die Dienstwohnung des Bürgermeisters und zwei zu vermietende Wohnungen; im Dachgeschoß eine Wohnung für die Gemeindeschwestern, eine zu vermietende Dreizimmerwohnung und zwei Fremdenzimmer. Leider haben sich die Büroräumlichkeiten für die heutigen Bedürfnisse als unzureichend erwiesen. Die Stadtverordneten-Versammlung hat keinen geräumigen, würdigen Sitzungssaal. Es ist daher geplant, nach Räumung des alten städtischen Amtsgerichtsgebäudes den Schöffensaal als Stadtverordneten-Situngsraum herrichten zu lassen.

Das Amtsgerichtsgebäude.

Nach Fertigstellung des 1927/1928 in der Bahnhofstraße neu erbauten Justizgebäudes wird das der Stadt gehörige alte frei und steht der Verwaltung zur Verfügung. Es ist 1879 erbaut und am 1. Oktober desselben Jahres an den Justizfiskus für das hiesige Amtsgericht vermietet worden. Die Baukosten betrugen 46.700 Mark, hiervon wurden 36.000 Mark durch Darlehen und der Rest aus Barvermögen der Stadt gedeckt. An Miete erhielt diese 1879-1888 = 900 Mark. 1889-1900 = 1.200 Mark, 1900-1902 = 1.500 Mark, seit dem Jahre 1902 = 1.800 Mark, zuletzt 2.500 Mark. Der alte Amtsgerichtsbau umfaßt: 1 Schöffensaal, 3 Richterzimmer, 6 Zimmer für Gerichtsschreibereien, 1 Kassengewölbe, je ein Warte- und Botenzimmer, 5 Gefangenenzellen, sowie Wohnungen für den Justizhauptwachtmeister und den Justizoberwachtmeister. Die freiwerdenden Räume sind in erster Linie für die Belegung durch Behörden geeignet: ganz besonders wünschenswert wäre es, wenn aus wirtschaftlichen und dienstlichen Gründen eine Verlegung des Katasteramts II von Johannisburg nach hierher erfolgen würde, zumal die Justizbehörde auf eine unmittelbare Zusammenarbeit mit dem Katasteramt angewiesen ist.

Neubauten in der Stadt (Stadtschule).

Im Kriege ist eine Anzahl von Privathäusern teils eingeschossen, teils verbrannt worden; andere wiederum sind dem Zahn der Zeit zum Opfer gefallen und durch zeitgemäße Neubauten ersetzt. Es seien hier erwähnt die Wohn- und Geschäftshäuser der Bürger: Otto Maschlanka, jetzt Grigo; Wosczidlo, jetzt Brosien; Emil Wolff; Lewinski, jetzt Walter Bischoff; Johann Rattay, Sobolewski, Joswig, Burbiel u. a. m.

Dem Zwange der Verhältnisse nachgebend, hat die Stadt mit Hilfe staatlicher Zuschüsse auch den Bau der Stadtschule 1903/1904 errichten lassen. Das stattliche Gebäude erhebt sich inmitten eines großen, freien, in der Kumilskoer Straße belegenen, früher der Kirchengemeinde gehörigen Platzes, der bis zum Jahre 1815 Friedhof war, auf dem die alte Kirche gestanden hatte. Beim Bau der Schule wurden ganze Gräberreihen freigelegt und gut erhaltene Gebeine mit den den Toten mitgegebenen Beigaben zu Tage gefördert. Die Weihe der neuen Schule wurde am 14. November 1904 im Beisein hoher behördlicher Vertreter und geladener Gäste durch Pfarrer Rausch, hier, vollzogen. Die Baukosten beliefen sich auf 94.614,49 Mark; hiervon wurden durch Staatsbeihilfen gedeckt 46.000 Mark, und durch das von der Kirchengemeinde gezahlte Ablösungskapital von 16.646,60 Mark für die Befreiung von ihrer patronatlichen Verpflichtung hinsichtlich der früheren Kirchenschule Bialla. Zur Bestreitung des Restes der Bausumme wurde bei der Provinzialhilfskasse ein Darlehn von 10.000 Mark aufgenommen. Der Schulneubau enthält im Schulflügel 8 Schulklassen und ein Lehrerzimmer, einen Wohnflügel, Dienstwohnungen für den Rektor und Kantor, (deren Schul- und Kirchenämter organisch verbunden sind) und die für den Schuldiener. Im Jahre 1927 hat die Stadt eine Warmwasserheizung durch die Firma Schaffstädt, Königsberg einbauen lassen, die von Lehrern und Schülern als eine Wohltat empfunden wird. Die Regierung hat hierzu eine Beihilfe in Aussicht gestellt.

Im einem kurzen Rückblick soll hierbei auch der Schulverhältnisse aus Vergangenheit und Jetztzeit gedacht werden. Am 1. April 1900 hatte die hiesige Schule 6 Klassen mit 263 Schülern, von denen Klasse II-VI gemischt, Klasse I nach Geschlechtern getrennt unterrichtet wurde. Am 1.4.1902 ist durch Beschluß der städt. Körperschaften eine 7. Schulstelle als Lehrerinnenstelle geschaffen worden, deren erste Inhaberin, Lehrerin Broscheit, nach kurzer Amtszeit versetzt wurde. Ihre Nachfolgerin war die Lehrerin Martha Bartsch. Klasse I und II waren im jetzigen Gemeindehause untergebracht; hier hatte auch Rektor v. Mensel seine Dienstwohnung. Der Klassenraum der Knabenklasse stieß, durch eine Tür getrennt, an den Wohnraum des Rektors, der in seinen Freistunden auf dem Sofa sitzend und die unvermeidliche lange Pfeife rauchend, ein freiwillig-unfreiwilliger Zuhörer der Unterrichtenden und Lernenden war. Ehre seinem Andenken!

1900 gehören zum Lehrerkollegium: Rektor v. Mensel, Kantor Lyss, Lehrer Kloß, Lehrer Kahnert, Lehrer Richtstein und Lehrer Heldt, von ihnen deckt die drei erstgenannten bereits lange der grüne Rasen. Die Lehrer Kahnert und Heldt sind verzogen; Lehrer Richtstein, der von 1888 bis 1923 am Orte gewirkt hatte und in diesem Jahre sein 40jähriges Bürgerjubiläum feierte, ist bald nach seiner Beförderung krankheitshalber in den wohlverdienten Ruhestand getreten und wohnt noch hier. 1920 hatte die hiesige Volksschule 397 Kinder, 1926 = 328. Im Laufe von 28 Jahren ist die Schülerzahl um 100 gestiegen sie beträgt jetzt 368. Nach dem Stande vom 1.5. d. J. wurden 9 Klassen - die beiden untersten Jahrgänge sind geteilt - von 8 Lehrkräften 362 Schüler unterwiesen, von denen 346 evangelisch, 2 katholisch, 3 jüdisch und 11 dissidentisch sind. Deutsch sprechen 355, deutsch und masurisch 7, masurisch allein kein Schüler. Dem Kollegium gehören jetzt an: Rektor Grünberg, Konrektor Tetzlaff, die Lehrer Puschke, Przyborowski, Roß, Sbiegai und die Lehrerinnen Zmoydzien und Owczarzyk.

Im Schulgebäude sind auch die beiden Berufsschulen untergebracht. Die kaufmännische ist am 1.4.1900 mit 24, die gewerbliche am 1.4.1904 mit 33 Schülern eröffnet worden. Das Schulgeld war in jener Zeit auf 50 Pfennig pro Lehrling und Monat festgesetzt. Der Unterricht in der gewerblichen Fortbildungsschule fand lange Jahre hindurch am Sonntag von 11-1 Uhr statt. 1923 waren beide Schulen eingegangen, sind jedoch 1927 wieder eröffnet worden.

Die vorhandenen Schulräume entsprechen seit Jahren nicht mehr den gesteigerten Anforderungen der Gegenwart. Es fehlen eine Aula, ein Musik- und Zeichensaal, ein Lehrerinnenzimmer, ein Handfertigkeits- und Lehrmittelraum, ein Näh-, Koch- und Waschraum, ebenso eine Turnhalle und eine Badeanstalt. Seitens der Aufsichtsbehörde ist im Frühjahr dieses Jahres eine Besichtigung der Schulräume vorgenommen worden und ein Umbau in Aussicht gestellt. Doch wird dieses Projekt aus Mangel an Mitteln vor 1930 nicht zur Ausführung kommen können, wenngleich die Schwierigkeiten in der Unterbringung der rasch steigenden Schülerzahl von Jahr zu Jahr größer werden.

Die meisten städtischen und sonstigen öffentlichen Bauten (Rathaus, Post, Schule, Pfarrämter, Kirche, Gericht) haben eine zentrale Lage. Sie stehen teils auf dem Marktplatz, teils in seiner unmittelbaren Nähe. Diese Tatsache ist für das Wirtschaftsleben von nicht geringer Bedeutung.

Denkmäler, Gedenksteine.

Als stumme Zeugen der jüngsten Vergangenheit sind die beiden Denkmäler und der Abstimmungsstein anzusprechen. Das Kriegerdenkmal ist anläßlich des  200-jährigen Stadtjubiläums 1922 erbaut. Bereits vor dem Kriege sollte vor dem Rathause ein solches Aufstellung finden. Zwei Feldgeschütze aus dem deutsch-französischen Kriege waren seitens des Kriegsministeriums der Stadt zu diesem Zweck zum Geschenk gemacht worden und bereits in deren Besitz. Da kam der Krieg. Nun ist das Versäumte nachgeholt. Ein schlichter Sandstein-Obelisk nennt 203 Namen tapferer Krieger aus der Stadt und dem Kirchspiel Bialla. Mit seiner steinernen Umwehrung und dem freundlichen Heckengrün als Umfriedigung hebt es sich vom Rathause, seinem Hintergrunde, auf das Vorteilhafteste ab. Die Umwehrung ist von dem Architekten Dümler, hier entworfen und von ihm eigenhändig erbaut. Die Pflege der gärtnerischen Anlagen ist Ehrenpflicht der Stadt und wird z. Zt. von Gärtnereibesitzer Blümel unentgeltlich ausgeführt. - An die ruhmreiche Abstimmung am 11. Juli 1920, bei welcher hier keine Stimme für Polen abgegeben wurde. gemahnt ein Granitfindling. - Anläßlich des 500jährigen Ortsjubiläums der Stadt läßt diese einen Gedenkstein an der Stelle errichten, an der das 82. Artillerie-Regiment am 9.8.1914 mit 4 Geschützen 8 feindliche erobert hatte. Diese waren die ersten des Wellkrieges; sie sind später nach Berlin gebracht worden, wo sie vor dem Königlichen Schloß aufgestellt worden waren. - Das Jahndenkmal ist bei Gründung des hiesigen Männerturnvereins 1905 errichtet. Auf einem Sockel aus Feldsteinen stand - wo jetzt der Justizneubau errichtet ist - ein vom „alten Stepputat" bearbeiteter Findling. An der Vorderseite war eine Kupfertafel mit Inschrift befestigt. Gekrönt war der Stein von einer Kupferkugel und einem fliegenden Adler. Der alte Steinmetz Stepputat ist ein bei der älteren Bürgerschaft bekannter Sonderling, der nachweislich 115 Jahre alt geworden war.

Städtische Betriebe.

Die Wasserversorgung.

Sie ist ein trauriges Kapitel in der Geschichte unseres Ortes. Die Versorgung mit Trinkwasser erfolgte durch eine Anzahl von Haus- und städtischer Brunnen. Jedoch hatten zwei größere Straßen (Bahnhof- und Töpferstraße) nicht ausreichend Wasser. Die Anlieger mußten ihren Bedarf in Küwen und Eimern 1-200 m weit heranschaffen. In heißen Sommern trockneten viele Privat- und städtischen Brunnen gänzlich aus. Im Kriege wurden letztere vom Kreisarzt geschlossen. Das war ein unhaltbarer Zustand. Man faßte städtischerseits daher den Beschluß, ein Wasserwerk zu bauen. Dieser Plan rührte von dem damals amtierenden Bürgermeister Dr. Braun her. Er ließ 1915/1916 mit Hilfe russischer Kriegsgefangener einen 63 m tiefen Bohrbrunnen graben, der so ergiebig war, daß das Wasser 2 m über Tage stieg und dauernd floß. Das Ouellwasser wurde damals von der Preuß. Landesanstalt für Wasserhygiene untersucht und ergab folgenden Befund: In einem Liter sind enthalten: Kieselsäure schwachhaltig, Spuren von Schwefelwasserstoff, suspendierte Stoffe 3 mg, Cl. 4. freie Kohlensäure 31 mg, gebundene 119 mg, Salpetersäure erst nachweisbar, Eisen 1,4 (leicht löslich), Kalium 6 mg. Es war für den menschlichen Genuß vorzüglich geeignet. Der Bau eines Werkes kam infolge der wirtschaftlichen Schwierigkeiten der Kriegszeit und der einsetzenden Inflation nicht mehr in Frage, obwohl die Gesundheitsverhältnisse in der Stadt sich zusehends verschlechterten. Durchschnittlich wurden in Bialla jährlich 2-3 Typhusfälle dem Kreisarzt gemeldet. 1920 stieg diese Zahl auf 7. Dieser besorgniserregende Umstand war unzweifelhaft auf die schlechte Beschaffenheit des Trinkwassers zurückzuführen. Nach dem Kriege wurde diese Frage brennend. Bürgermeister Dirksen (1921-1926) nahm die Vorbereitungen des Projektes wieder auf und wußte auch die städtischen Körperschaften dafür zu gewinnen. Die gegenwärtige Stadtverwaltung glaubte die Verantwortung für die Folgen eines so unhaltbaren Zustandes nicht länger tragen zu können und entschloß sich, trotz mehrfacher Widerstände seitens der Bürgerschaft, in unmittelbarer Nähe des oben erwähnten artesischen Brunnens das Wasserwerk erbauen zu lassen. Im ersten Amtsjahr des jetzigen Bürgermeisters machte diese Angelegenheit rasche Fortschritte. Nach Entgegennahme von Sachverständigen-Gutachten, darunter auch das von Baurat Jenk, Königsberg, wurde nach 2.maliger Ausschreibung die Firma "Franke Werke, Bremen" mit der Bauausführung beauftragt. Als Dauer-Sachverständiger stand der Stadtverwaltung der Oberingenieur Kähler, Allenstein zur Seite. Sein Name ist mit der Entstehungsgeschichte des städtischen Wasserwerks für immer verknüpft und bleibt hier unvergessen. Der Baubeginn war der 23.8.1927. Anfang September desselben Jahres war die feierliche Grundsteinlegung des Wasserturmes, wobei auch hier eine Urkunde, alle Münzsorten vom Pfennig bis zum Fünfmarkstück, Zeitungen, Kriegsnotgeld und eine große Anzahl von Scheinen der Inflationszeit eingebettet wurden. Durch den Winter unterbrochen, nahmen die Arbeiten im Frühjahr 1928 ihren Fortgang. Am 18. Mai erfolgte die Uebergabe und Weihe des Werkes. Am 19. Mai wurde seitens der hiesigen Feuerwehr ein Löschversuch an den Oberflurhydranten des Marktplatzes angestellt, der über Erwarten gelungen ist, denn die Verwaltung hatte von vornherein darauf Bedacht genommen, durch Höherstellung des Wasserbehälters (24 m) das gute Gelingen aller Feuerlöscharbeiten zu gewährleisten. Die Bekämpfung aller in Zukunft vorkommenden Stadtbrände ist, trotz des Fortfalls einer Motorspritze, auf eire moderne Grundlage gestellt. Der 18. Mai 1928 ist ein Gedenktag der Stadt. An dem Tage floß zum ersten Male Leitungswasser. Der Erbauer des Wasserwerkes ist der Maurer- und Zimmermeister Brodowski, hier. Nun steht das Werk vollendet. Der schöne, schlanke Turm ist nunmehr das dritte und höchste Wahrzeichen der Stadt. Er ist in seinem oberen Teil von Kreisbaumeister Kaiser, Johannisburg, entworfen und ähnelt in seinem Stil den Burgtürmen der Ordenszeit, ein Symbol von Tatkraft, Umsicht und Einigkeit der Stadtverwaltung, aber auch ein beredtes Zeichen von Lebenswillen und Lebensfreudigkeit des gegenwärtigen Geschlechts trotz der Schwere der Zeit.

Die Versorgung mit Licht.

Ließ auch eine zeitgemäße Wasserversorgung hier lange auf sich warten, in einer Hinsicht war Bialla vielen andern Klein- und Mittelstädten voraus. Es darf sich rühmen, schon ein Vierteljahrhundert elektrisches Licht zu besitzen. 1903 schloß die Kommune mit dem Besitzer des Kraftwerkes - Zander - einen Lieferungsvertrag bis 1932 laufend ab, auf Grund dessen dieser verpflichtet ist, den Stadtbewohnern den Licht- und Kraftstrom für einen angemessenen Preis abzugeben. Im Kleinverbrauch kostet das Kilw. 65 Pf. im Mehrverbrauch 50-60 Pf.; der Kraftstrom wird mit 40 Pf. berechnet. lm Jahre 1926 erhielt die Kraftzentrale Anschluß an das Ostpreußenwerk (Ueberlandzentrale) von dem die Stadt den Strom zum Antrieb der im Dauerbetrieb stehenden Pumpe im Wasserturm benutzt. Mit Ablauf der Vertragsfrist beabsichtigt die Stadt, die Stromversorgung in eigene Regie zu übernehmen, um der Bürgerschaft billigern Strom liefern zu können. Es schweben dieserhalb Verhandlungen mit der Direktion der Ueberlandzentrale. (Foto des Kraftwerkes 1915).

Der Stadthaushaltsplan.

Das Herzstück jeder Verwaltung ist ihre Finanzwirtschaft. Diese leidet in Bialla zuweilen an Herzschwäche; doch das ist ein chronisches Leiden aller Kommunen, ganz besonders der kleinen. Die Stadtverwaltung hat dafür Sorge zu tragen, daß diese Krisis nicht zur Katastrophe wird. Von jeher sind die städtischen Körperschaften der Stadt Bialla bemüht gewesen, die wirtschaftliche Lage ihrer Einwohner zu heben und ihre Steuerkraft zu stärken. Was aber unser Städtchen gehindert hat, in seiner Entwickelung mit andern Städten der Provinz gleichen Schritt zu halten, das ist seine ungünstige Lage. Kaum 10 km von der polnischen Grenze entfernt, besitzt sie ein wirtschaftlich schwaches Hinterland und liegt weit ab von einer größeren Verkehrsader. Das Gewerbe ringt schwer um seine Existenz. Was heute deutsche Ostmark heißt, ist durchweg in schwerer Notlage. Die Lage der Landwirtschaft, die durch die diesjährige anormale Witterung aufs äußerste gefährdet ist, wirkt zurück auf die Steuerkraft des Mittelstandes. Die Stadt ist nun einmal abhängig vom Land, zumal hier jede Basis für eine größere Industrie fehlt. Fast völlig verdrängt von der sichern Einnahmequelle der Einkommensteuer, belastet mit ständig wachsenden Ausgaben, mußte die Verwaltung die Realsteuern in erheblichem Maße anspannen und die kleinen Steuern, die oft zu Verärgerungen führen, wie die Vergnügungs-, Bier- und Hundesteuer, in Anspruch nehmen. Hierzu tritt noch die Belastung durch die Fürsorgegesetze. Es ist daher kein übertrieben pessimistisches Urteil, wenn man die Finanzlage der Stadt als unerfreulich bezeichnet. Die etatsmäßigen Ausgaben und Einnahmen auch der früheren Jahre ergeben nachstehende Zusammenstellung:

Haushaltsplan

Bezeichnung der Verwaltung

  Hauptverwaltung Armenverwaltung Schulverwaltung Abschluß
  Einnahme Ausgabe Einnahme Ausgabe Einnahme Ausgabe Einnahme
Ausgabe
Jahr Mk. Mk. Mk. Mk. Mk. Mk. Mk.
1900 14.691,41 9.219,51 100,00 1.350,00 0,00 4.221,70 14.791,21
1905 28.074,60 21.511,20 100,00 1.732,00 0,00 4.931,40 28.174,60
1910 37.193,53 31.242,80 350,89 1.431,04 17.178,00 22.048,50 55.594,42
1915 44.092,00 33.200,00 456,00 1.335,00 16.820,00 25.413,00 61.368,12
1928 126.456,00 100.757,00 1.030,00 6.100,00 56.770,00 76.985,00 184.256,00

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Die Einnahmen und Ausgaben für die Berufsschüler sind hierbei nicht berücksichtigt.

Es dürfte hierbei interessieren, daß der Etat im Jahr 1810 sich auf 550 Taler und 55 Silbergroschen in Einnahme und auf 558 Taler und 47 Silbergroschen in Ausgabe belief. Die fehlenden 7 Taler und 84 Silbergroschen sollten durch Ersparnis gedeckt werden !! - -

An direkten Gemeindesteuern wurden bis zum Jahre 1919 Zuschläge zur Gewerbe- und Betriebssteuer erhoben. Diese Zuschläge waren dieselben wie die zu den Realsteuern erhobenen. Nachstehende Aufstellung gibt einen Ueberblick über die tatsächlich aufgekommenen direkten Gemeindesteuern in den genannten Jahren:

  Nach dem Etat Nach dem Rechnungsabschluß Verblieben in Rest
Jahr Mk. Mk. Mk.
1900 10.400,04 ?,?? ?,??
1905 21.539,77 21.465,07 145,24
1910 24.776,36 24.986,44 753,62
1915 31.358,68 31.658,00 Überschuß      300,68
1925 53.542,00 56.098,15 Überschuß   2.556,15
1928 66.673,13 noch nicht abgeschlossen noch nicht abgeschlossen

An Zuschlägen zu den Realsteuern wurden erhoben:

1900 = 255 %; 1903 = 213 %; 1905 = 213 %; 1910 = 200 %; 1915 = 220 %; 1920 = 1.200 %; 1925 = 350 %; 1927 = 400 %; die Zuschläge in der Nachkriegszeit gelten als im Durchschnitt angegeben.

Die Zahl der Steuerpflichtigen betrug 1900 32 Beamte, 482 Bürger und 51 Forensen, zusammen 565 Personen; im Jahre 1910 aus 44 Beamten, 528 Bürgern und 75 Forensen, zusammen 647 Personen; 1919 = 286 Bürgern, 92 Forensen. Im Jahre 1927 waren 99 Forensen und 330 Gemeindesteuerpflichtigen; infolge Fortfalls der gemeindlichen Einkommensteuer durch das neue Reichseinkommensteuergesetz verringerte sich die Zahl der Gemeindesteuerpflichtigen. Die Zahl der Steuerpflichtigen im Jahre 1813 bestand aus 188; darunter waren 36 Tagelöhner; es sollten durch Steuern aufkommen 685 Taler; es kamen jedoch nur 313 Taler auf. An indirekten Steuern wurden bis 1919 erhoben: Bier-, Hunde-, Lustbarkeits- und Umsatzsteuer und Zuschläge zur Brausteuer. Es dürfte zu weit führen, die Zahlen der aufgekommenen Steuern im Rahmen dieser Schrift anzugeben. An Gebühren wurden erhoben: Schornsteinfegergeld, Marktstandsgeld, Baugebühren, Friedhofsgebühren, Standesamts- und Publikationsgebühren. An Marktstandsgeld kam ein 1900 = 1.087 Mk; 1905 = 518 Mk.; 1910 = 1.058 Mk.; 1927 = 2.300 Mk.

Verwaltung der Stadt.

Die Verwaltung liegt in den Händen des Magistrats und der Stadtverordneten-Versammlung. Die Geschäftsführung in der Stadtv.-Vers. wird auf Grund einer besonderen Geschäftsordnung gehandhabt. Eine solche ist vom Verfasser 1927 aufgestellt, von den Körperschaften angenommen und von der Aufsichtsbehörde genehmigt.

Im Jahre 1900 gehörten dem Magistrat an: Bürgermeister Heinrich Schorlepp (1886-1909), Beigeordneter Rentier Jakob Tielmann, Ratmann Grundbesitzer Ed. Danielzik, die Ratmänner Gust. Bongarts (Bongartz), Benjamin Linker und Rechtsanwalt Gettwart.

1911 setzte sich das Magistratskollegium zusammen aus: Bürgermeister Dr. Otto Braun (1908-1921). Beigeordneter Morwinski und den Ratsmännern Chlupka, Louis Leopold, Benjamin Linker und Kaufmann Johann Rattay.

1919: Dr. Braun, Morwinski, Unger, J. Rattay, L. Leopold und A. Strojek.

1928: Dr. Matthias Rohrmoser, Beigeordneter Rechtsanwalt Kirstein und den Ratsmännern Sadowski, Brama, Danissus und Bongarts.

1900 gehörten der Stadtv.-Vers. an: Kfm. Cohn, Kfm. Rößler, Gutsbesitzer Louis Leopold, Kfm. G. Fürst, Kfm. H. Neumann, Hotelbesitzer Görke, Klempnermeister Chlupka, Bes. F. Müller, Schmiedemeister Peiler.

In Anerkennung ihrer Verdienste sind die langjährigen Mitglieder des Magistrats L. Leopold und Morwinski zu Stadtältesten ernannt worden.

Ehrenbürger der Stadt ist der Herr Reichspräsident v Hindenburg, dessen Büste im Sitzungsraum der städtischen Körperschaften aufgestellt ist.

1911: Rechtsanw. Ziegler, Kfm. Paulus, Kfm. Emil Wolff, Fleischermeister Emil Krassert, Kfm. Alb. Nitschmann, Fabrikbes. Bongarts, Schneidermstr. Unga, Fleischermstr. Lichowski und Schmiedemeister A. Strojek.

1928: Konrektor L. Tetzlaff, Kfm. Walter Bischof, Schneidermeister Koppenhagen, Kfm. Conrad, Bes. Esau, Bes. Formanowitz, Bäckermeister Koytka, Schneidermstr. Burbiel, Schmiedemstr. Paschereit, Rottenaufseher a. D. Drenkwitz und Schlossermstr. Bublitz.

Der Magistrat erledigte:

  im
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Jahre
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1900
1905
1908
1909
1910
1915
1916
1927
in
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"
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15
15
27
37
23
7
25
44
Sitzungen
"
"
"
"
"
"
"
79
66
115
232
194
74
307
855
Sachen
"
"
"
"
"
"
"
 

Die Stadtverordnetenversammlung verabschiedete:

  im
"
"
"
"
"
"
Jahre
"
"
"
"
"
"
1900
1905
1908
1909
1915
1916
1927
in
"
"
"
"
"
"
6
13
10
21
3
9
39
Sitzungen
"
"
"
"
"
"
30
63
92
119
17
70
302
Vorlagen
"
"
"
"
"
"
 

Zur Vorbereitung wichtiger Vorlagen und sonstiger Unterstützung in der Erledigung laufender Geschäfte werden von den Körperschaffen Kommissionen gewählt, diese sind: Baukommission, Gesundheitskommission, Feldkommission, Schuldepulation, Vorstand der Stadtsparkasse, Friedhofskommission, Wohnungskommission, Mietseinigungsamt, Gräberkommission, Wasserwerkskommission, Steuerausschuß, Etatskommission und Berufsschulkommission.

Nachstehend ein kleiner Auszug aus dem Standesamtsregister; es wurden gemeldet:

  1900
1905
1909
1915
1920
1925
1927
=
=
=
=
=
=
=
61
69
75
85
182
178
174
Geburten
"
"
"
"
"
"
41
52
50
116
119
87
72
Sterbefälle
"
"
"
"
"
"
20
17
25
31
63
91
102
Ueberschuß
"
"
Mehrsterbefälle
Ueberschuß
"
"
 

Bialla hat gegenwärtig 2.600 Einwohner.

Das Vereinsleben in der Stadt.

Die abgeschlossene Lage unseres Städtchens brachte es mit sich, daß das Vereinsleben hier seit altersher in Blüte stand. Der älteste, größte und beliebteste Verein ist der Schützenverein. Unter dem Motto: "Ueb' Aug' und Hand fürs Vaterland" versammelten sich die Bürger der Stadt am 10. Juli 1876 und schritten zu seiner Gründung. Von den Gründern seien erwähnt: Gebr. Thielemann, Kawka, Meißner, Hildebrand. Der 1. Schützenkönig war Friedr. Thielemann. Der neugegründete Verein besaß 7 Gewehre, Vorderlader Kal. 12. Das erste Schießen fand auf Thielemann'schem Gelände am Kallischker Walde statt, an dem die ganze Stadt teilgenommen haben soll. Im zweiten Jahr wurde der Stand nach Bikowo verlegt, wo er bis 1884 verblieb. Von da ab kam er nach dem Kommorower Wald. 1902 wurde er im Stadtpark errichtet. Die Zahl der Stände wuchs im Laufe der Jahre und beträgt gegenwärtig 12 für Schützen, daneben ist ein Damenschießstand. Die Fahne, die Gewehre und die Akten des Vereins sind im Kriege verloren gegangen. 1921 wurde eine neue Fahne mit dem alten Leitwort beschafft. Einige Schützenkönige seien hier genannt: Fürst, Golda, Danielzik, Czwalinna, Ad. Müller, Linker, Lichowski, Ad. Czwikla, Aug. Willutzki, Grzebien, Jankowski, Sadowski, Klinowski, Conrad, Donath, Aug. Leopold, E. Krassert, Dzewas, Wolff. Die Mitgliederzahl beträgt jetzt 105 Mitglieder. Vorsitzender ist Bürgermeister Dr. Rohrmoser. Das älteste Mitglied und Mitbegründer des Vereins ist der Rentier Adolf Czwikla, 79 Jahre alt. In diesem Jahr ist der Herr Reichspräsident v. Hindenburg Schützenkönig. 1922 wurde eine Jungschützenabteilung begründet, die dem alten Verein angegliedert ist.

Die Gründung des Männerturnvereins fällt in das Jahr 1905. Gründer dieses Vereins war der Kantor Lyß. Die Vereinsfahne erfuhr das gleiche Schicksal wie die des Schützenvereins und ist neu ersetzt. Die Weihe derselben fand am 9. 7.1920 statt. Vorsitzer ist Amtsgerichtsrat Dr. Gallenkamp.

Seit 1903 besteht am Ort auch ein Verein selbständiger Kaufleute, dessen langjähriger verdienstvoller Leiter der kürzlich plötzlich verstorbene Kaufmann Joh. Rattay war. Die Mitgliederzahl beträgt 25. Vorsitzender ist Kaufmann Emil Wolff.

Zur Wahrung seiner Belange auch nach außen hin tat sich das hiesige Handwerk zusammen und begründete 1919 mit 27 Mitgliedern den "Handwerker-Verein Bialla und Umgegend". Sein Gründer war der s. Zt. in Bialla wohnhafte Baumeister Todt. 1921 beschaffte sich der Verein die Fahne, die die Widmung trägt: „Gott schütze das ehrsame Handwerk". Besondere Verdienste um den Verein haben sich der Tischlermeister Waschk und Schmiedemeister Paschereit erworben. Im Anschluß an Nachbarvereine ist es ihnen gelungen, daß mit Genehmigung maßgebender Berliner Stellen in Johannisburg eine Handwerkerbank und eine Nebenstelle in Bialla errichtet wurden. Diese Maßnahme steht in der Provinz Ostpreußen einzig da. Der Verein zählt 100 Mitglieder. Den Vorsitz führt z. Zt. der Friseurmeister G. Vincentini. Zu Ehrenmitgliedern dieses Vereins sind ernannt: Dr. Hintz, prakt. Arzt, Rechtsanwalt Kirstein, Apothekenbesitzer Herrnring, Lehrer Lehrbaß - Lyck und Töpfermeister Pawelzik.

Zu den größeren Vereinen des Orts zählt auch der Kriegerverein; er ist 1884 mit 60 Mitgliedern begründet und zählt jetzt 130 Mitglieder. Die vom früheren Kaiser Wilhelm II. geschenkte Fahne ist auch im Kriege verloren gegangen. Die neue ist 1924 geweiht. Dolmetscher-Oberinspektor Solewski führt den Vorsitz. Eine Uebersicht über die Zahl und Stärke der übrigen Vereine gibt nachstehende Zusammenstellung:

Nr.

Name des Vereins

Grün-dungs-Jahr mit
Mitgl.- Anzahl
jetzige
Mitgl.- Anzahl

Vorsitzender

1 Verein junger Kaufleute 1919 8 20 Kaufmann Wapniewski
2 Haus- und Grundbesitzer-Verein 1926 60 90 Schneidermeister Koppenhagen
3 Mieterverein 1923 130 140 Bäckermeister Koytka
4 Reiterverein 1921 62 84 Oberl. Kantz, Klarheim
5 Stahlhelm, Ortsgruppe Bialla 1927 75 35 Dr. Hintz, prakt. Arzt
6 Jung-Deutscher Orden 1923 34 70 Kaufmann Koraska
7 Radfahr-Verein 1927 68 86 Lehrer Przyborowski
8 Klein-Kaliber-Sport-Verein 1923 23 47 Lehrer Poschke
9 Allgem. Deutscher Automobil-Club 1928 23 32 Architekt Reinhardt
10 Jung-Schützenverein 1923 28 15 Kaufmann Wapniewski
11 Dt.-mas.-erml. Abstimmungs-Bund 1927 14 18 Bürovorsteher Eisermann
12 Guttempler-Orden 1907 12 32 Leitungsaufseher Schiemann
13 Jagd-Verein 19.. 11 15 Apothekenbesitzer Herrnring
14 Tennis-Verein 1915 20 35 Frau Herrnring
15 Vaterländischer Frauenverein ? 45 100 Frau Pfarrer Link

Am Orte bestehen vier Innungen: die Schlosser- und Schmiedeinnung, Tischler- und Stellmacherinnung, die Schneiderinnung und die Schuhmacherinnung.

Das Feuerlöschwesen der Stadt.

Die Aufsicht und Leitung des städtischen Feuerlöschwesens übt der Polizeiverwalter von Amts wegen aus. Es besteht hier seit 1896 eine freiwillige und eine Pflichtfeuerwehr. Die erstere stand lange Jahre unter der Leitung ihres bewährten Brandmeisters Emil Krassert. Die Pflichtwehr dient zur Unterstützung der Freiwilligen Wehr. Vor Gründung beider Wehren wurde der Alarm durch alle möglichen Radauinstrumente, Holzknarren und Hörner geschlagen. Bei der Unzulänglichkeit dieser Alarmierung ließen sich die Schläfer in ihrer Nachtruhe nicht stören und mußten einzeln geweckt werden. In späteren Jahren erfolgte sie durch Trompetensignale. Die Lösch- und Rettungsgeräte sind von der Stadt angeschafft und werden in dem am hinteren Martktptatz stehenden Spritzenhaus aufbewahrt. Eine große Anzahl Wasserküven ist in einem eigens für diesen Zweck erbauten Schuppen am Mühlenteich am sogen. „Katzensteg" untergebracht. 10 Oberflur- und 30 Unterflurhydranten sind auf alle Stadtteile gleichmäßig verteilt. Die Unterhaltungskosten der Wehr bestreitet diese selbst; die Stadt trägt die Beiträge für die Unfallkasse und zahlt an Mannschaften kleine Prämien für besondere Auszeichnung bei Bekämpfung des Feuers. Die technische Leitung der Feuerwehr liegt in den Händen des rührigen Oberbrandmeisters Dzewas. 1926 gründete sie mit Unterstübung der Stadtverwaltung aus ihrem Mannschaftsbestande eine Musikkapelle, die unter Leitung des Friseurs Paul Lux sich allgemeiner Beliebtheit erfreut.

Die Stadtverwaltung während des Krieges.

Als bei der Mobilmachung 1914 der damalige Bürgermeister Dr. Braun und sein Bürovorsteher zum Heeresdienst einberufen wurden, übernahm der Beigeordnete Rentier Morwinki mit Hilfe des mit den örtlichen und amtlichen Verhältnissen vertraut gewesenen Bürogehilfen, jetzigen Stadtobersekretärs Leopold die Leitung der Dienstgeschäfte des Magistrats, des Standesamts, der örtlichen Polizeiverwaltung, der Amtsanwaltschaft und der Amtsbezirke Belzonzen und Ruhden.

Gleich zu Anfang des Krieges - 3. August - rückten mehrere Kosakenschwadronen in unser Städtchen ein, steckten mehrere Wohn- und Wirtschaftsgebäude in Brand und erschossen ohne Ursache 14 Zivilpersonen. Die Lage wurde von Tag zu Tag kritischer. Lyck war bereits von russischen Truppen besetzt. Um dem Schicksal einer Gefangennahme zu entgehen, flüchteten die meisten Bewohner der Stadt und mit ihnen auch der Beigeordnete. Bald darauf wurde der Mühlenbesitzer J. Zander hierselbst als stellv. Bürgermeister behördlich bestellt und vereidigt, der die Verwaltung von Anfang September 1914 bis April 1915 nach besten Kräften leitete und nur etwa 3 Monate lang während der russischen Besetzung die Stadt verlassen hatte. Mit Rücksicht darauf, daß Zander der russischen Sprache in Wort und Schrift mächtig war und mit den russischen Militärbehörden verhandeln konnte, hat er sowohl der Zivilbevölkerung als auch der deutschen Heeresverwaltung wertvolle Dienste geleistet. Sein unerschrockenes, selbstloses Wirken zum Wohle der Allgemeinheit soll für allezeit unvergessen bleiben. Er ist seitens der Militärbehörde mit dem Eisernen Kreuz II. KI. am weißschwarzen Bande ausgezeichnet worden.

Anfang Mai 1915 kehrten die meisten Flüchtlinge wieder zurück. Die Mittel- und Obdachlosigkeit der Heimgekehrten war groß und stellte an die Stadtverwaltung erhöhte Ansprüche. Daher wurde Bürgermeister Dr. Braun vom Mai 1915 bis Ende 1917 auf wiederholte Reklamationen seitens der Bürgerschaft vom Waffendienst beurlaubt und mit Jubel von der Stadtbevölkerung empfangen. Zu gleicher Zeit kehrte auch Bürovorsteher Leopold aus dem Felde heim, um den Magistratsdirigenten in seinen Amtsgeschäften zu unterstützen. Er erhielt später das Verdienstkreuz für Kriegshilfe. Infolge Einführung der Zwangswirtschaft für Lebensmittel und Wirtschaftsartikel wurde dem Magistrat die Kontrolle über den Verbrauch von Lebensmitteln, später auch von Bekleidung, Beleuchtungs- und Beheizungsmaterial übertragen. Auch mußte beim hiesigen Magistrat - der amtlichen Sammelstelle - die Ablieferung und Bezahlung der für den Kriegsbedarf erforderlichen Wirtschaftsgegenstände aus den Amtsbezirken Drygallen, Gr. Rosinsko, Monethen, Belzonzen, Ruhden und Kumilsko bis zum Kriegsende erfolgen. In der Revolutionszeit kam es in der Stadt zu keinen Unruhen oder Zwischenfällen, da die schwergeprüfte Bevölkerung ihre ohnehin trostlose Lage nicht noch verschlimmern wollte.

Im Anschluß seien die Schrecknisse des Krieges, die die Stadtbewohner durchgemacht, in einigen Bildern dem Leser ins Gedächtnis zurückgerufen:

Noch Ende Juli hoffte man, daß der Krieg sich würde vermeiden lassen. Doch als am 31. Juli die roten Zettel die Mobilmachung verkündeten, als am Tage darauf Kosakenpferde in den prächtigen Haferfeldern weideten, der Landsturm eingezogen war, als am 2. August, einem prächtigen Sommermorgen, die Dörfer der Umgegend in Flammen standen, Scheunen und Gehöfte auch in der Stadt brannten, da wußte man, der Krieg war gekommen. Jener Montag, der 2. August, wurde zu einem Schreckenstag. Laut dröhnende Sprengschüsse, Schießen in den Straßen, Tote und Verwundete bei der Bevölkerung, durchsprengende Kosakenschwadronen, klirrende Fensterscheiben, Raub und Plünderungen, die wunderbare Ruhe der Bürgerschaft sind unvergeßlich. Unter Bangen und Sorgen vergingen die nächsten Tage, bis der 9. August ein siegreiches Gefecht des Grenzschutzes gegen eine russische Kavalleriebrigade mit Artillerie brachte. Doch am 19. August wird das Militär zurückgezogen; ein großer Teil der Einwohner verläßt die Heimat, erlebt unterwegs das Flüchtlingselend und findet ein Unterkommen in Gegenden, welche die Kriegsgreuel nicht kennen. Den Nichtgeflüchteten wird von der russischen Besatzung das Leben zur Hölle gemacht. Der 7. September 1914 ist wieder ein Schreckenstag, als der Feind den Flankenschutz der an den masurischen Seen kämpfenden Truppen zu durchbrechen versucht, als deutsche Granaten in die Stadt schlagen und das Pfarrgehöft in Asche legen; als die Bewohner mit dem Leben abgeschlossen haben und verängstigt in den Kellern sitzen. Und als dann am 5. November der 2. Einfall der Russen erfolgt, verlassen fast alle Bewohner, bis auf etwa 12 den Ort, um dann erst nach der großen Winterschlacht in Masuren zurückzukehren. Doch wie sieht es in der Stadt aus? Von außen gesehen, scheint sie nicht gelitten zu haben, wer aber seine Wohnung betritt, prallt vor Entsetzen zurück. Hatten hier Menschen gewohnt? Alles war geraubt oder zertrümmert worden. Kaum war das Notwendigste zu einem notdürftigen Leben beschafft, als der Winter nahte. Die langen Abende in schlecht oder nicht geheizten Stuben sind infolge der Lichtknappheit trostlos. Petroleum und Lichte sollen helfen, doch wenn die Sachen nur erhältlich wären! Die Straßen liegen ständig in Dunkel gehüllt. Die Bekleidungsverhältnisse sind unhaltbar. Aber die Stoffknappheit jener Zeit ist in der heutigen Damenmode, wenn auch gewollt, sehr beliebt. Die Zeiten ändern sich . . . . .

Die Volksabstimmung am 11. Juli 1920.

Als durch das Friedensdiktat die Abstimmung angeordnet war, begann die Heimatvereinsbewegung. Die dumpfe Niedergeschlagenheit nach den Kriegsjahren und der Gedanke: „Ach, es nützt ja alles nichts, wir sind verraten und verkauft" mußten totgeschlagen werden. Im Bereich des Abstimmungsgebietes entstanden 1.046 Heimatvereine und wurden mit ihren 206.313 Mitgliedern zum Masuren- und Ermländerbund vereinigt. Im Juni begann der Aufmarsch der auswärtigen Abstimmler. Da die Heimat rief, die ihre Jugend umsonnt hatte, kamen sie gerne, um das Land mit seinen Wäldern, Seen und Höhen vor der Habgier des weißen Adlers zu schützen. Zu Ehren der Ankommenden prangte die Stadt in festlichem Grün. Da flatterten die Fahnen in den alten deutschen, preußischen und masurischen Farben und Ehrenpforten begrüßten die von nah und fern Herbeigeeilten. Der Abstimmungstag kam heran. Gluthitze lagerte schon am frühen Morgen über der Erde. Eine starke Spannung herrschte trotz der Sicherheit des Sieges. In einer Schulklasse wählten die Männer und Frauen, die im Abstimmungsgebiet geboren waren und dort wohnten, in einem anderen diejenigen, welche im Abstimmungsgebiet zwar geboren dort nicht mehr wohnten, und in einem 3. Raume solche Personen, die, ohne im Abstimmungsgebiet geboren zu sein, dort seit dem 1. Januar 1905 Wohnung hatten. Jede wählende Person mußte am 10.1.1920 das 20. Lebensjahr vollendet haben. Das Wahlergebnis unserer Stadt löste brausende Begeisterung aus. Alle Stimmen, nämlich 1.435, waren ausnahmslos für die Heimat abgegeben worden.

Solch ein Resultat war nur möglich, weil die rechten Männer an der rechten Stelle gestanden hatten, als es den Kampf gegen den Kleinmut zu führen galt. Eine Volksbewegung war es, ein Siegeszug des Heimatgedankens, der das Volk aufflammen ließ, als die rechten Worte den Weg zum Herzen fanden und zum Schutz des Teuersten aufriefen.

Ueberblicken wir die Entwickelung unseres Gemeinwesens in den letzten 25 Jahren, so können wir feststellen, daß unser Städtchen trotz Krieg und Daweslasten, trotz seiner ungünstigen Lage und Abgeschiedenheit vom großen Vaterlande, bemüht gewesen ist, im Rahmen seiner Leistungsfähigkelt vorwärts zu kommen. Mögen ihr allezeit Männer erstehen, die ein warmes Herz für ihre Heimat haben.

Möge Bialla in kommenden Zeiten vor Schicksalsschlägen bewahrt bleiben und in aller Zukunft wachsen und gedeihen zum Wohle seiner künftigen Geschlechter.

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Quelle:
Text auch abgedruckt im Chronik Sammelband Arys - Bialla - Drygallen - Groß Rosinsko,
Selbstverlag der Kreisgemeinschaft Johannisburg / Ostpr. 1982, Seite 111-192,
Das Buch ist leider nicht mehr lieferbar.

 

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Stand: 23. September 2017