Home Nach oben Inhalt / Suche Copyright Impressum Datenschutz
kleine Chronik
 

 
Das Buch:

Das Buch: Johannisburg in Ostpreußen. - Für weitere Infos hier klicken!

Johannisburg in Ostpreußen

 
Videos aus Masuren und dem Kreis Johannisburg. - Für weitere Infos hier klicken!
Masuren-Videos

Raken (Rakowen) / Ostpreußen
kleine Chronik des Dorfes und der Domäne

Von Waltraud und Heinrich Timmann

Der weit voraus planenden Besiedlung der Gegend östlich Johannisburg ist die Gründung Rakowens zu verdanken.

Bereits 1424 wurde infolge einer Bereisung dieser Gegend eine Bestandsaufnahme geschrieben, in der es unter Nr. 4 wörtlich heißt: Zitat: Ouch so leit eyn sehe Pissewode genant und noe dobey czwene kleyne Sehe. Dobey were wol eyn hoff czulegen van XXX huben und wesewachs genug. Und von dem hoffe eyn firtel weges do mochte man eyn dorf legen an eyn flies van LX huben mit wesewachs genug.
So spricht wol Roegkofske, das Im diselbe vorgenante gegenunge der Meister hot gegen und leit 1/2 myle van Steffans Moel.
Dis lose wir czu unserm Homeister und wie veil her huben czu eynen dinste wil geben das setcze wir czu Im. (Zitatende).

Dies ist zweifellos die Gegend um Rakowen. Der sehe Pissewode ist gleichzusetzen mit der Gegend der Pissewoda-Wiesen und die Steffansmoel lag am Sury-Fließ oder wie der früher hieß: Steffanstok oder Steffansflies.

Ob der Standort der Steffansmoel gleichzusetzen ist mit dem Standort der alten Rakower Mühle, ist unklar geblieben. Ohne Zweifel ist aber, daß Roegkofske und Rakowski oder Rakaufske ein und derselbe Name ist.

Raken oder auch Rakowen genannt, auch Adlig Rakowen und in alten Zeiten Reckowa (Reckouo) geschrieben, hieß im 16. Jahrhundert auch eine Zeitlang Grabowen (Grabowo). Die Gründung Rakowens geht auf das Jahr 1448 zurück. Der erste Besitzer war der Piotr Rakowski. Die Größe des Dorfes betrug damals 48 Hufen cöllm. Maß. Das sind nach heutiger Rechnung etwa 832 ha.

Bereits 5 Jahre später kaufte der Deutschen Orden diesen Hof von einem Staske Rakaufske zurück und übergab ihn an Martin von Wergin für treue Dienste, die er „dem Orden in der Vergangenheit vielmals getan hatte und in zukünftigen Zeiten noch leisten sollte".

Diese Übergabeurkunde ist datiert: „am Tage der heiligen Apostel Philippi und Jacobi nach der Geburt Christi, unseres Herrn, Tausendvierhundert danach im dreiundfünfzigsten Jahr."

Mit dieser Urkunde hatte Martin von Wergin einen Hof in Größe von 48 Hufen mit allen Vieh und Zubehör bekommen. Dazu hatte er die Gerichte, beide groß und klein und die Fischereirechte zu seines Tisches Bedarf auf dem Warschausee (Roschsee). Ebenfalls noch den an den Grenzen gelegenen See, den er „zu seinen nutz zu gebrauchen alsz er beste mag". (Rakower See).

Der Rakensee war damals etwa 14 ha groß, heute sind gut 11 ha versumpft und nur knapp 3 ha sind noch Wasserfläche.

Bereits 1472 hieß der neue Besitzer Pawel Grabowski. Daher wohl auch der Name Grabowo in früheren Zeiten.

Ob hier ein Zusammenhang familiärer Art mit den Besitzern von Andreaswalde, 1490, Paul Lawski de Grabowo bestanden hat, können wir nicht klären. Fest steht aber, daß Rakowen, bzw. Grabowo 1570 dem masurischen Woiwoden Stanislau Laußki gehörte. Bei der damaligen Schreibweise des u und v hat Laußki und Lawski die gleiche Bedeutung. Um 1490 war der Vater des Paul Lawski de Grabowo Woywod in Masovien. (siehe Gutzeit: Der Kreis Johannisburg, S. 142). Es ist anzunehmen, daß das Geschlecht der Lawski de Grabowo vom polnischen Gut aus dem Dorf Lawsk bei Grabowo stammt. Belegen können wir es aber nicht.

Im Steuerregister 1540 heißt es wörtlich: Das Dorf Reckouo. Zitat: „Im des Graboffsky Hoff am Vihe gefunden: 1 Pferdt, 14 Khue, 13 Stück junges Rindt von zweien Jarren, 50 Schauf und Zigen, 21 Schwein, facit 39 Nacht, 1 Stück; thutt an Geld: 1 Mark, 18'/2 Schilling"

Kurzchronik Raken II

1579 bei der Kirchenvisitation gehörte Reckowa mit 40 Hufen dem Woywoden, zum Vorwerk einige Hufen, dazu 20 Bauern zu je 1 Hufe, 1 Müller und 7 Gärtner. Hier haben wir den ersten Hinweis auf eine Mühle, die auf Grund einer alten Karte am Sury-Fließ stand, an der Stelle, wo der Weg von Raken nach Masten den Fließ überquert.

Anno 1642 hieß der Besitzer der Domäne Milewski. Dessen Tochter Sophia wurde 12jährig zusammen mit 18 anderen Personen aus Rakowen von den Tataren entführt.

In der Großen Pest 1709 / 1710 wurden 8 Häuser infiziert und es starben 109 Einwohner Rakowens an dieser Seuche.

1723 wird im Zuge einer neuen Berahmung (Ansiedlungsurkunde) Rakowen als Schatullgut (fürstliches Privatgut) bezeichnet. Der Pächter ist uns unbekannt.

1823 ist ein Palfner als Pächter verzeichnet.

Die letzten Besitzer im 20. Jahrhundert waren: Heine, der Oberamtmann Landguth, dann dessen Witwe und als letzter Pächter ihrer zweiten Mann, Bruno Dembeck.

Das Gut hatte zuletzt 432 ha. Neben der Getreide- und Viehwirtschaft wurden hauptsächlich Kartoffeln für die eigene Brennerei angebaut.

Das kleinere Gut Plaschke (159 ha) wurde 1927 / 1928 durch die ostpreußische Bau- und Siedlungsges. m.b.H. aufgesiedelt. Es entstanden 22 Siedlerstellen, darunter eine mit einer Schmiede. Diese Siedlungen wurden 1929 bezogen.

Eine Schule gab es für das Dorf und die Domäne seit 1856. 1939 gingen dort 72 Kinder zur Schule. 1932 unterrichtete dort der Lehrer Günther. Die letzten Lehrer waren Schmidt und Grigo.

Anzahl der Einwohner 1895: 189, 1925: 285, 1939: 316.

Quellen:
+Waltraud Timmann und +Heinrich Timmann
veröffentlicht im Johannisburger Heimatbrief 1991, Seite 116-117;
Guttzeit, Der Kreis Johannisburg, Holzner-Verlag Würzurg,1964, Seite 142

Familienforschung
S c z u k a

 

kleine Chronik Ortsplan 1945 weitere Informationen

www. S c z u k a . net

Copyright © 1999-2018  W e r n e r   S c h u k a

Stand: 22. Juni 2018