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Mammutbildstein
 

 
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Der Mammutbildstein von Kumilsko, Kr. Johannisburg
von W. Gaerte

1925 ist auf ostpreußischem Boden ein Fund gemacht worden, der für das Dasein des Menschen in der Mammut- und Renntierperiode Zeugnis ablegt: Ein Kalkstein mit der Ritzzeichnung eines Rüsseltieres (Taf. II b). Ein glücklicher Zufall spielte diesen Fund der Wissenschaft in die Hände. Es war im Mai des Jahres 1925. Der zwanzigjährige Gutsbesitzersohn Heinz Mendrzyk aus Kumilsko, Kr. Johannisburg, ritt auf der Straße Klarheim - Kumilsko vom Felde nach Hause. Auf dem Wege waren vor nicht allzu langer Zelt durch Kiesausstreu Verbesserungen vorgenommen worden. In der Wegschüttung bemerkte Mendrzyk den Stein, der ihm durch seine seltene Form auffiel. Bereits vorbeigeritten, kehrte er jedoch um und nahm ihn mit. Er war ringsum mit Lehm bepackt. Zu Hause reinigte Mendrzyk den Stein, in dem er der Form nach ein Beil vermutete. Dabei trat die Zeichnung zutage. Lehrer Wielgoß-Kumilsko, der gesprächsweise von dem Funde Kenntnis erhielt, sandte zunächst den Prussia-Museum  eine Zeichnung und später den Stein selber zu.

Die Fundstelle des Steines ist sicher eine sekundäre; dafür spricht der Umstand, daß der Gegenstand im Kiesausstreu des Weges gefunden wurde. Als primärer Fundort kommt in erster Linie eine Kiesgrube südlich unweit der Straße in Frage, aus der Kies für den Weg abgefahren worden ist. Die Kiesgrube liegt am Nordhange eines etwa 160 m hohen Berges, etwa 15 m unterhalb des Gipfels. Der Berg ist dem sogenannten Hülhnerberge, einer noch höheren Erhebung, nördlich vorgelagert. Die Höhe der Kieswand betrug in der Zeit der Auffindung des Steines 2 m. Unterhalb des Randes zieht sich eine durchschnittlich 30 cm dicke Schicht von lehmigem Sand hin, darunter Schichten aus gröberem und feinerem Kies, unterbrochen von dünnen Sandschichten.

Der Fundgegenstand ist nach freundlicher Bestimmung des Königsberger Geologen Uni.-Prof. Dr. Andree ein glaziales Geschiebe, auf dem mehrfach Kratzer sichtbar sind; das Material ist Kalkstein. Die Länge beträgt 13 cm. Auf der einen Breitseite sind mit einem spitzen Stichel mehrere höchst bemerkenswerte Zeichnungen eingeritzt. Zunächst fällt das Bild eines Rüsseltieres, das im Umriß wiedergegeben ist, ins Auge. Auf grob-klobigen Beinen, die alle vier perspektivisch unrichtig nebeneinander gereiht erscheinen, ruht ein massiger Körper. Kopf und Rüssel weisen dieselbe geometrisch-eckige Konturierung auf wie die Beine. Auge und kurzes Schwänzchen vervollständigen das Bild des Tieres.

Oberhalb des Hinterteils bemerkt man zwei weitere Ritzzeichnungen, ein fünfeckiges Umrißbild in doppelter Strichführung und ein kammartiges Zeichen. Das erstere erscheint deutlich als Bild eines Wandhauses mit Satteldach, wenn man den Stein hochstellt, so daß der Kopf des Tieres oben zu stehen kommt.

Das Haus- und das Kammzeichen sprechen durch ihre Formen für sich allein. Bezüglich der Deutung des Tieres dürfte man am wahrscheinlichsten auf ein Mammut schließen können, wenn auch von den für dieses Tier bezeichneten gekrümmten Stoßzähnen keine sichere Spur auf dem Stein sichtbar wird. Doch kann ihre Andeutung unterlassen, oder wenn sie vorhanden gewesen, verwischt sein.

Quellen:
Kreisgemeinschaft Johannisburg;
Johannisburger Heimatbrief 1994, Seite 112-113

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Stand: 22. Juni 2018