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Gemeinsam wurden viele Lieder gesungen
Gedenkstein zu Ehren der Toten auf dem deutschen Friedhof von Misken
errichtet und eingeweiht

Eine Völkerverständigung besonderer Art hat vor kurzem in dem kleinen masurischen Dorf Misken, Kreis Johannisburg, stattgefunden, dem Geburtsort des Vorsitzenden der LO-Gruppe Neuss, Kurz Zwickla. Er hat durch persönliche Gespräche und viel Kleinarbeit mit dem dortigen polnischen Gemeindevorsteher erreicht, auf dem früheren deutschen Friedhof, der total verwachsen war und nicht benutzt wurde, einen Gedenkstein zu Ehren aller Toten aufzustellen.

Die dortigen Behörden, besonders der Bürgermeister von Gehlenburg und der Ortsvorsteher von Misken waren sehr hilfsbereit. Ein Findling, der in der Nähe des Dorfs gefunden worden war, etwa acht Tonnen schwer, wurde von einem jungen polnischen Steinmetz aus Arys mit viel Geschick zu einem Kunstwerk gemeißelt und mit der Inschrift in deutsch und polnisch „Zur Erinnerung - Allen Miskern, die hier ihre letzte Ruhe gefunden haben" versehen. Finanziert wurde dieser Gedenkstein durch die Spenden der in der Bundesrepublik Deutschland lebenden Dorfbewohner. Auch die jetzt dort wohnenden Polen hatten an der Errichtung des Platzes für den Stein mitgewirkt.

Zur Einweihung waren aus Neuss und anderen Orten mit einem Bus fünfzig Personen, darunter viele frühere Einwohner, und außerdem Teilnehmer mit einigen Privatautos gestartet. Landsmännin Michalzyk, eine Deutsche in Johannisburg, hatte alles für die Einweihung vorbereitet. Am Sonntagnachmittag traf man sich in der Drigelsdorfer Kirche - Deutsche und Polen - zu einem gemeinsamen Gottesdienst, den der polnische Pfarrer Bebenek hielt. Anschließend ging es gemeinsam zur Einweihungsfeier auf den Friedhof nach Misken.

Dort weihte der evangelische Pfarrer Rey, Johannisburg, den Gedenkstein ein. Die Feier begann mit dem Lied „Großer Gott, wir loben Dich". Danach hielten Kurt Zwickla und der Gemeindevorsteher Ansprachen. Beide Redner betonten, daß dieser Gedenkstein gleichzeitig zur Versöhnung beider Nationen beitragen möge. Gemeinsam wurde das Lied „Land der dunklen Wälder" gesungen, begleitet vom Jugendmusikorchester Johannisburg, abschließend das Lied „Ännchen von Tharau". Danach wurden alle Anwesenden zu einem gemütlichen Nachmittag bei Kaffee und Kuchen eingeladen.

Tags zuvor hatte der Ortsvorsteher mit einigen Dorfbewohnern Tische und Bänke auf dem früheren Sportplatz gezimmert, und gemeinsam wurde der Platz mit Girlanden und Luftballons geschmückt. Alle nahmen Platz, jung und alt, Deutsche und Polen. Auch den Kuchen, der reichlich vorhanden war, hatte man gemeinsam gebacken, es wurde aufgetischt und Kaffee ausgeschenkt. Auch die beiden Pfarrer ließen es sich schmecken und waren sich einig, daß in diesem kleinen Dorf in Masuren mit gutem Beispiel echte Völkerverständigung praktiziert wurde, die ja so dringend nötig sei. Nach dem Kaffee wurde ein Faß Bier angezapft, das man aus Neuss mitgebracht hatte. Auch polnisches Bier wurde reichlich genossen. Für die jetzige Dorfjugend war von Wolfgang Altrock eine Kinderbelustigung vorbereitet und durchgeführt worden: Sackhüpfen, Eierlaufen u. a. standen auf dem Programm. Es wurde mit viel Süßem belohnt. Zwischendurch spielte das Jugendorchester deutsche und polnische Lieder, die auch von allen kräftig mitgesungen wurden. Es wurden Freundschaften geschlossen und Adressen ausgetauscht. Zum Schluß meinten Polen wie Deutsche, daß dieser Tag nicht nur für Masuren, sondern für ganz Ostpreußen beispielhaft gewesen sei, und alle waren stolz auf diese Zusammenarbeit. So einfach kann Völkerverständigung sein.

In den darauf folgenden Tagen wurden die Museen in Ortelsburg, Johannisburg und Frauenburg besichtigt. Auch die Ausstellung von Gerhard Bosk in Johannisburg wurde von der Gruppe besucht. Einen Tagesausflug gab es nach Frauenburg am Frischen Haff, jenem Gewässer, das vielen Ostpreußen 1945 auf der Flucht zum Schicksal wurde. Sehr beeindruckt waren alle vom Frauenburger Dom und dem Copernicus-Museum. Es wurden auch eine Masuren-Rundfahrt mit dem Bus und eine Dampferfahrt von Niedersee (Rudczanny) nach Nikolaiken gemacht; das Wetter zeigte sich von der besten Seite. Am letzten Tag besuchte die deutsche Gruppe den Deutschen Verein Rosch in Johannisburg, wo die Vorsitzende Mira Kreska die Landsleute aus dem Westen herzlich begrüßte. Bei Kaffee und Kuchen tauschte man Erfahrungen aus. Es wurde ein fröhlicher Nachmittag, an dem viele Volkslieder gesungen wurden. Für die Kleiderkammer konnten einige Kartons mit Textilien und Schuhen abgegeben werden, auch Schulbücher, die in Neuss gesammelt worden waren. Zur Unterstützung der deutschen Gruppe in Johannisburg wurde eine Geldspende überreicht. Alle, die an dieser Fahrt in die ostpreußische Heimat teilnahmen, waren begeistert von der schönen Landschaft wie von dem reichhaltigen Programm, das vor allem zur Verständigung beider Völker beigetragen hat.

Am Totensonntag und am Heiligen Abend wurden am Gedenkstein in Misken Kerzen entzündet, den dort Begrabenen zum Gedenken.
 

Quelle:
 Johannisburger Heimatbrief 1994, Seite 32a, 36-37

 
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