Home Nach oben Inhalt / Suche Copyright Impressum Datenschutz
Gedenkstein
 

 
Das Buch:

Das Buch: Johannisburg in Ostpreußen. - Für weitere Infos hier klicken!

Johannisburg in Ostpreußen

 
Videos aus Masuren und dem Kreis Johannisburg. - Für weitere Infos hier klicken!
Masuren-Videos

 
Das Buch:

Das Buch: Johannisburg in Ostpreußen. - Für weitere Infos hier klicken!

Johannisburg in Ostpreußen

 
Videos aus Masuren und dem Kreis Johannisburg. - Für weitere Infos hier klicken!
Masuren-Videos

Die Großdorfer weihten einen Gedenkstein auf ihrem Friedhof ein
Bericht von Edeltraud Rostek

Voller Dankbarkeit schauen wir auf die Reise in unseren Heimatkreis mit 49 Teilnehmern vom 10. bis 19. Juni 1998 zurück. In ihrem Mittelpunkt stand die Einweihung des Gedenksteins auf dem Friedhof in Großdorf. Er trägt eine — den Inschriften auf den Gedenksteinen in Gehlenburg, Misken, Drigelsdorf und Gehsen —  ähnliche Inschrift: „Zum Gedenken an alle Großdorfer, die hier oder fern der Heimat ihre letzte Ruhe gefunden haben", in deutscher und polnischer Sprache. Auf der Rückseite lesen wir das Wort, das der Gedenksteinfeier zugrunde lag. „Ich will Dir die Krone des Lebens geben." Offenbarung 2,10.

Wir Großdorfer verharrten beeindruckt vor dem Gedenkstein, den Herr Klinski aus Arys mit einem Bogenraum um das Kreuz nach unseren Vorstellungen gestaltet hatte, ein Zeichen für den das Leid umgebenden Gottesschutz. Die Inschriften sind gut lesbar. Auf der linken Seite des Friedhofs verläuft eine kleine Allee mit 24 Gräbern, die beiderseits in Nischen freigelegt sind.

Jan Borawski aus Gehlenburg legte sie frei. Seine Familie half ihm dabei.

Im Mittelpunkt standen am Sonntag zwei Gottesdienste und die Steineinweihung auf unserem Friedhof. Am Vormittag füllte unsere Reisegruppe mit einigen Johannisburger evangelischen Christen gut den Kirchenraum mit seinen von einigen früheren Johannisburgern gespendeten Stühlen. Der Pfarrer hielt eine Ansprache in Deutsch; wir sangen unsere Kirchenlieder aus deutschen Gesangbüchern.

Ein zweiter Gottesdienst fand in unserer Gehlenburger Kirche statt. Der katholische Pfarrer aus Gehlenburg hatte sich gegenüber unserem Anliegen, einen gemeinsamen ökumenischen Gottesdienst zu feiern, sehr aufgeschlossen gezeigt. Katholische polnische und evangelische deutsche Christen erlebten ihn gemeinsam mit zum Teil deutsch gesungenen Liedern, deutschen Worten — notwendige Übersetzungen hatte Frau Rey, Ehefrau des evangelischen Pfarrers übernommen — und der Predigt des katholischen Pfarrers.

Meiner Rede lagen die Worte des 84. Psalms zugrunde: „Wie lieb sind mir deine Wohnungen, Herr Zebaoth."

So dachten unsere Eltern und Vorfahren, vielleicht aber auch alle, die in dieser Kirche getauft, konfirmiert oder getraut worden sind, die deutschen evangelischen, in gleicher Weise aber auch die polnischen katholischen Christen. In diesem Gotteshaus schöpften sie Kraft ... Sie erfuhren in seinen Mauern die Gottesgeborgenheit, die sie ... stärkte, so daß aus allem Bedrückenden das Leben wachsen konnte, dessen Quellgrund Gott selbst ist."

Etwa 180 Gäste folgten unserer Einladung auf den Friedhof. Unter ihnen waren der evangelische und katholische Pfarrer, die Vorsitzende des Deutschen Vereins in Johannisburg, Herr Steinmetzmeister Klinski, Frau Michalzik, die alles vorbereitet hatte, Jan Borawski mit seiner Familie und der Belzonzer Bürgermeister.

Meine Worte: „In der Offenbarung des Johannes sagt Gott den das Leid überwindenden Menschen: „Ich will dir die Krone des Lebens geben." „Die Krone erhöht den König, der sich um das Wohlergehen seines Volkes sorgt, der Siegeskranz umstrahlt den Kämpfer, der standhaft sein Ziel erreicht. So will Gott unseren Entschlafenen Hoheit und Glanz geben, nachdem sie sich um das Wohlergehen der Menschen gesorgt haben, die ihnen anvertraut waren, und glaubend auf dem Weg geblieben sind, auf den Gott sie gestellt hatte. Über dem Stein des Gedenkens aber sollten die früheren Großdorfer und seine jetzigen Bewohner einander achtend und freundlich begegnen, weil daraus ein neues, gemeinsames Leben unserer Völker wachsen kann. Wir sind Geschöpfe zweier Völker, aber eines Gottesvolkes und offen für das, was für das Land, in dem wir einander begegnen, hilfreich und notwendig ist."

Nach der Feier fand ein Kaffeetrinken in zwei großen, hellen Räumen unserer alten Schule statt.

Seit der Gründung unseres Ortes durch die deutschen Ritter 1428 bis zum letzten Jahr zählen wir 570 Jahre. Das war ein rundes Datum für die Einweihung unseres Gedenksteines.

Der Folgetag führte uns zu den in den Vorjahren eingeweihten Gedenksteinen in Gehlenburg, Misken und Drigelsdorf (Gehsen war dieses Mal nicht dabei); wir sahen, wie unterschiedlich und aussagekräftig die Denkmäler gestaltet waren.

Zu erwähnen wären noch drei Ausflüge in unseren Heimatkreis und über ihn hinaus, ebenso ein geselliger Abend in einem Gasthaus in Groß Kessel, der unseren Heimatkreisbesuch beschloß.

Für mich war bemerkenswert, daß sich die Teilnehmer der Reise aus dem westlichen und mittleren Deutschland, der früheren BRD und DDR, zusammensetzten und dank der freundlichen Leitung von Herrn und Frau Zwickla aus Neuss eine äußerst harmonische Gruppe bildeten. Wichtig war die Begegnung mit den in der Heimat verbliebenen Gehlenburgern.
 

Quelle:
 Johannisburger Heimatbrief 1999, Seite 59-60

 
weiter zu: Ostpreußen TV

Medienarbeit über Grenzen hinweg
 
Beiträge von Ostpreußen-TV
jetzt auch als DVD-Video erhältlich

weiter zu: Preussen-Mediathek

 

Seit dem 12.11.2000 sind Sie der 

. Besucher

Die Web-Seiten sind optimiert für 1024x768 oder höher und 24 Bit Farbtiefe sowie MS-Internet Explorer 11.x oder höher.
Netscape ab 4.x mit Einschränkungen verwendbar. -  Optimale Darstellung im Vollbildmodus.
Soundkarte für Tonwiedergabe erforderlich.

www.schuka.net/Ostpreussen/KrJo
 

Familienforschung
S c z u k a

 

www. S c z u k a . net

Copyright © 1999-2018  W e r n e r   S c h u k a

Stand: 22. Juni 2018