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Landwirtschaftliche Produkte und deren Absatz

Am Beispiel des Hofes Ludwig Sczuka II sollen hier für Bogumillen typische Erzeugnisse und deren Absatzwege vorgestellt werden. 

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Der Absatz der landwirtschaftlichen Erzeugnisse
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Speisekartoffeln

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Steckrüben (Wruken)

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Roggen

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Braugerste

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Hanf

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Rinder

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Der landwirtschaftliche Bedarf

 

Der Absatz der landwirtschaftlichen Erzeugnisse

Die landwirtschaftliche Produktion lag Mitte des vorigen Jahrhunderts noch sehr im argen. Der Absatz der Erzeugnisse war sehr schwierig. Der Transport zu dem Absatzmarkt, in der Hauptsache war es Königsberg, war sehr beschwerlich. Er mußte mit dem Funrwerk bewältigt werden und dauerte meist 1-2 Wochen. Die Hauptprodukte waren Roggen, Kartoffeln, Fleisch und Wolle. Durch den Bau der Eisenbahn Allenstein-Lyck und Johannisburg-Lötzen sowie Johannisburg- Fischborn (Dlotowen) wurde der Kreis Johannisburg verhältnismäßig gut erschlossen. Gleichzeitig setzte durch das Aufblühen der Industrie eine erhöhte Nachfrage nach landwirtschaftlichen Erzeugnissen ein, die eine Erhöhung der Produktion rentabel machte.

Das Getreide wurde zunächst durch den Privathandel und die großen Mühlen in Johannisburg, Gehlenburg und Arys abgenommen, die es in der Provinz oder in Königsberg absetzten. Auch das Heeresverpflegungsamt (HVA) Arys war ein bedeutender Abnehmer. Anfang des 20. Jahrhunderts schaltete sich auch die "Masurische Betriebs-Genossenschaft in Johannisburg" ein. Sie errichtete nach dem 1. Weltkrieg in Arys und Gehlenburg (Bialla) Filialen und entwickelte sich wohl zu dem größten Abnehmer. Doch 1930 brach sie infolge falscher Geschäftsführung zusammen. Dadurch erlitt die Landwirtschaft des Kreises schwere Verluste. Als im Jahr 1931 die "An- und Verkaufsgenos-senschaft e.G.m.b.H. Johannisburg" gegründet wurde, traten ihr nur etwa 80 Landwirte bei. Doch allmählich erwarb sie sich Vertrauen, so daß die Mitgliederzahl auf 1.300 im Jahre 1937 wuchs. In Arys und Gehlenburg (Bialla) wurden wieder Läger eingerichtet. Bei der Umstellung des Kartoffelbaus von krebsanfälligen auf krebsfeste Sorten half die Genossenschaft durch Beschaffung geeigneter Sorten und Gewährung von Krediten der Landwirtschaft vortrefflich und hatte so ihren Anteil an der damit verbundenen Ertragssteigerung. Auch bei der Versorgung mit hochwertigem Getreidesaatgut, besonders durch die kostenlose Saatgutherrichtung mit Hilfe ihrer Getreidereinigungsanlage, diente sie dem Fortschritt. In den ersten Jahren ihres Bestehens wurde der Genossenschaft auch eine Maschinenabteilung und eine Maschinenreparaturwerkstatt angegliedert, was für damalige Verhältnisse als außerordentlich fortschrittlich zu bezeichnen ist.

Das Futtergetreide wurde zum größten Teil in den örtlichen Mühlen verarbeitet. Neben den größeren Mühlen in Johannisburg (Walker, Wiemer), in Gehlenburg (Zander, Wylinski) und in Arys (0. Kirchhof) gab es noch andere Motormühlen, von denen hier nur einige genannt sein mögen: Plath-Morgen, Wiemer-Eichendorf, Maschlanka-Königstal. Hinzu kommen noch einzelne Windmühlen.

Die Kartoffeln wurden durch den Handel und die Genossenschaft als Pflanz-kartoffeln oder Speisekartoffeln nach Mittel- und Westdeutschland verkauft. Ein Teil Kartoffeln wurde in den Brennereien zu Spiritus verarbeitet, die auf den größeren Gütern standen, so in Adl. Kessel, Borken, Domäne Raken, Domäne Schamhorst, Sdengowen, Gehlenburg, Ebhardtshof, Flockau, Domäne Drigelsdorf, Wensen und Zollerndorf. Bei der Aufteilung der Güter durch die Siedlungsgesellschaft wurden die Brennereien als Genossenschafts-Brennereien der Siedler weiterbetrieben, so in Ublick, Neudrigelsdorf, Tuchlinnen und Lupken. Der größte Teil der Kartoffeln wurde aber als Futter verwertet und bildete die Grundlage der Schweinemast. Im Kreisdurchschnitt wurden auf 1 ha landwirtschaftliche Nutzfläche (LN) 0,41 Schweine gehalten. Bei einem zweimaligen Umschlag im Jahr dürften etwa 0,75 Mastschweine je ha LN erzeugt worden sein.

Der Absatz des Viehes erfolgte über die Viehverwertungsgenossenschaft Johannisburg und über die Händler oder durch Direktverkauf an die Schlachter. Der Versand ging vornehmlich nach Berlin, Dresden und dem Ruhrgebiet.

Die Milchproduktion war Ende des 19. Jahrhunderts noch gering. Die Milch wurde zum Teil im eigenen Betrieb verbraucht oder verbuttert für den Verkauf auf den Wochenmärkten in Johannisburg, Gehlenburg und Arys oder in Lyck und Nikolaiken.

Erst nach Verbesserung des Grünlandes und Erhöhung der Milch- und Butterpreise stieg die Produktion. Nach 1900 wurden Molkereien gegründet, vor allem in Johannisburg, Arys und Gehlenburg. Einige Güter hatten eine eigene Gutsmolkerei wie z. B. Domäne Drigelsdorf und Flockau. Letztere war bekannt durch die Herstellung eines sehr guten Tilsiter Käses, der auch in den Nachbarkreisen guten Absatz fand. Im Laufe der Jahre entstanden weitere Molkereien in Dreifelde, Gehsen, Weißuhnen, Mittenheide, Seegutten, Eichendorf, Richtenberg, Morgen, Gr. Rosen u. a. Es waren zum Teil Privat-, zum Teil Genossenschaftsunternehmen.

Im Rahmen der Marktordnung des Reichsnährstandes wurden in den letzten Jahren vor dem Zweiten Weltkrieg die kleineren Molkereien nach und nach geschlossen und zu dem Einzugsgebiet der Kreismolkerei in Johannisburg zugeschlagen. Einige Gemeinden an der Kreisgrenze lieferten die Milch über die Kreisgrenze, so z. B. Zollerndorf nach Nikolaiken, Seehöhe nach Martinshagen.

Das Geflügel und die Eier wurden früher meistens auf den Wochenmärkten abgesetzt, später an Händler und Eierverwertungsgenossenschaften geliefert. Vor Weihnachten wurden besonders Gänse in die Großstädte geschickt.
 

Quellen:
Text: Der Kreis Johannisburg, Holzner Verlag Würzburg, 1964, Seite 125-127;
Dokumente: Familienarchiv Sczuka, Bad Kreuznach/Ostpreußen, 1941 und 1943

weiterführende Informationen in:
Der redliche Ostpreuße, Kalenderbuch 1990, Seite 22-40
Dörfliche Arbeitswagen und Spazierwagen in Ostpreußen.
Der redliche Ostpreuße, Kalenderbuch 1989, Seite 71-77
Das Vielzweckgerät "Schleife" (Sommerschlitten).
Der redliche Ostpreuße, Kalenderbuch 1989, Seite 90-92
Ein Dreschtag in Ostpreußen.

 
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