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Kriegsgräberanlage
 

 
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14. Juli 1996: Gedenkstunde in Johannisburg
Einweihung der instand gesetzten Kriegsgräberanlage auf dem Stadtfriedhof

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Offizielle Einweihung der restaurierten Kriegsgräberanlage
Feierstunde auf dem Soldatenfriedhof in Johannisburg am 14.7.1996

Als erste offizielle Einweihung der bisher im Heimatkreis restaurierten Kriegsgräberanlagen fand, stellvertretend für die Soldatenfriedhöfe in Arys, Drosselwalde, Gehlenburg und Seehöhe, eine von der Kreisgemeinschaft initiierte feierliche Gedenkstunde mit Kranzniederlegung auf dem Soldatenfriedhof in Johannisburg statt. Die Kreisgemeinschaft setzte mit der Begegnung zwischen Deutschen und Polen an dieser Stelle ein Zeichen für eine in die Zukunft gerichtete Verständigung unserer Völker, damit Kriegsgräber niemals wieder entstehen müssen. Zwei deutsch-polnische Jugendgruppen, organisiert von der „Arbeitsgemeinschaft für die Kriegsgräberarbeit der ostpreußischen Jugend" unter unserem Johannisburger Landsmann Hans Linke, hatte die verwüstete Kriegsgräberanlage im hinteren Teil des alten Kommunalfriedhofes in Johannisburg während zweier Jugendlager wieder in einen ansehnlichen Zustand gebracht. Aber im Gegensatz zu den anderen Kriegsgräbern im Heimatkreis konnten in Johannisburg keine Einzelgräber hergerichtet werden. So wurde die gesamte Fläche eingeebnet und eingegrünt. Nur ein kleines Steinkreuz und das Hochkreuz sind erhalten geblieben. In ihrer Schlichtheit ist es dennoch eine würdige Gedenkstätte. Alle Wiederherstellungsmaßnahmen an den Kriegsgräbern wurden nach Vorgaben des „Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge" in Zusammenarbeit mit dem zuständigen polnischen Denkmalschutzamt durchgeführt. Bürgermeister Janusz Puchalski, Frau Mira Kreska, Vorsitzende des Deutschen Vereins ROSCH, sowie zahlreiche Vereinsmitglieder, dazu Einwohner der Stadt und zwei Bus-Reisegruppen aus der Bundesrepublik waren zu der Gedenkstunde erschienen. Sie wurde durch das gemeinsame Lied „Nun danket alle Gott", musikalisch begleitet von einer Blaskapelle, eingeleitet.
 

Der evangelische Pfarrer Krystof Rej hält die Gedenkrede

Danach hielt Pfarrer Rey von der evangelischen Kirche im Beisein seines katholischen Amtsbruders eine kurze Andacht, in der er auf die Verpflichtung hinwies, Gräberstätten wie diese zu ehren, zu achten und zu pflegen. Im Auftrag des Vorstandes der Kreisgemeinschaft dankte Ulrich Haffke, stellvertretender Kreisvertreter, den beiden Pfarrern, dem Bürgermeister, dem Verein ROSCH, der Jugendgruppe und Hans Linke für das Zustandekommen dieser Gedenkfeier und sprach die Erwartung aus, daß sich die Stadt der weiteren Pflege der Gedenkstätte annehmen möge. Weiter führte er aus: „Die Gleichheit der Menschen verschiedener Nationen mißachtet zu haben, hat uns viel Leid gebracht. Nehmen wir diese Lehren auf, um den Krieg zu ächten"... „wir stehen hier auf historischem Boden, dessen Erde zahlreiche Soldaten deckt, die in unseligen Kriegen ihr Leben für die Heimat gegeben haben. Ihre Namen sind vergangen, wir können sie nicht mehr nachvollziehen. Aber uns Lebenden obliegt die Pflicht, ihrer in Ehren zu gedenken. Und sie haben uns ein Vermächtnis hinterlassen! Die Begegnung zwischen Deutschen und Polen an ihren Gräbern dient dem Wunsch unserer Völker, auf der Basis der historischen Wahrheit die Verständigung zu pflegen und in gegenseitiger Achtung zum Wohle der Menschen eine Zukunft zu bauen, in der Kriege mit ihren leidvollen Begleiterscheinungen, ihren Folgen mit Tod, Blut und Tränen auch Unschuldiger keinen Platz mehr haben. Dies ist das Vermächtnis derer, die hier in heimatlicher Erde ihre letzte Ruhestätte gefunden haben. Bitten wir Gott um die Kraft, diesem Vermächtnis gerecht zu werden."

Bürgermeister J. Puchalski richtete seinerseits im Namen der Stadt Gruß- und Dankesworte an den Deutschen Verein, die Kreisgemeinschaft, die Jugendgruppe und an Hans Linke. „Dieses Treffen hat große Bedeutung", sagte der Bürgermeister, „es dient in hohem Maße der Verständigung und der Freundschaft für eine Zukunft, in der Probleme ohne Kriege, Haß und Leid gelöst werden. In unserem Glauben empfinden es auch wir als Maß der Menschlichkeit, der im Kampf Gefallenen zu gedenken, und halten die Arbeit der Jugend an den Grabstätten für selbstverständlich. Die Einwohner der Stadt und die Verwaltung werden um die Pflege und Ordnung der Gedenkstätte bemüht bleiben. Die gemeinsame Ehrung an dieser Stelle ist wahrhaft ein großer Schritt zur Freundschaft!" Mit einer Schweigeminute schloß der Bürgermeister seine Ansprache.
 

Kranzniederlegung durch die Soldatin Obermat Dörthe Messerschmidt
und den Gefreiten Sebastian Schrot (Sanitätsregiment in Hamm/W.)

Zwei Angehörige des Sanitätsregiments der Bundeswehr in Hamm, die an dem deutsch-polnischen Jugendlager teilgenommen haben, Obermaat Dörthe Messerschmidt (eine Soldatin!) und Gefreiter Sebastian Schrot, trugen den Kranz der Kreisgemeinschaft zum Hochkreuz. Mit dem gemeinsam gesungenen Heimatlied „Land der dunklen Wälder ...", wiederum begleitet von der Blaskapelle, wurde die Gedenkstunde beendet.
 

Verpflichtung über die Gräber: Stellv. Kreisvertreter Ulrich Haffke und
Bürgermeister Janusz Puchalski reichten sich über den Kranz hinweg die Hand
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Quellen:
Fotos: aus dem Film: "14. Juli 1996: Gedenkstunde in Johannisburg";
Text: Johannisburger Heimatbrief 1997, Seite 31-32

Über den Stadtfriedhof wurden 1996 und 2003 Videofilme erstellt.
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Stand: 22. Juni 2018