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Fischereirechte
 

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Die Fischereirechte in der Galinde (Pissekfluß)

allgemeine Erläuterungen und Hintergründe

Die Fischereirechte stammen aus der Ordenszeit, als die Konture von Balga 1367 und 1452 deutschen Ansiedlern und Prußen (Galindern) zu ihren Ländereien bestimmte Fischereirechte verliehen. Sie verblieben den Grundstücken jahrhundertelang. Später wurde der größte Teil der Fischereirechte grundbuchlich gesichert. Dennoch versuchte der Fiskus die Rechte einzuziehen oder zu schmälern. In langwierigen Prozessen haben die Gemeinden Reinersdorf (Niedzwedzen) und Brödau (Bogumillen) Grundsatzurteile erwirkt, die die Rechtmäßigkeit der Verleihungen sicherten, aber nur für die Stammnummer der Grundstücke (also für jeden erstmaligen Eigentümer); alle Abzweigungsgrundstücke des ursprünglichen Stammsitzes wurden abgefunden und ihrer Fischereirechte verlustig. Während an den fiskalischen Seen die Rechte zum größten Teil abgelöst worden sind, war die Regierung in Allenstein (vor 1905 in Gumbinnen) nicht bereit, die hohen Ablösungssummen zu zahlen. Lediglich die Fischereirechte des Gutes Fischborn (Dlottowen) wurden kurz vor 1900 für die Summe von etwa 10.000 Mark abgelöst.

In den Jahren 1928 bis 1932 wurden die anerkannten Fischereirechte auf Antrag ins Wasserbuch eingetragen. Im allgemeinen gab es bei der Ausübung der Fischerei bei den Berechtigten keine Zwistigkeiten. Im Jahre 1928 hat die Regierung in Allenstein (Oberfischmeister Tomuschat in Lötzen) die Fischerei im Pissekfluß als fiskalischem Gewässer zum erstenmal an einen Pächter (Klein-Lyck)  für 12 Jahre übertragen. Die Fischereiberechtigten und der Pächter übten im guten Einvernehmen die Fischerei aus.

Die Fischereirechte waren verschieden begrenzt. Soweit bekannt, bestanden am Pissekfluß folgende Rechte:

Stadt Johannisburg: Das Recht der freien Fischerei zu Tisches Notdurft mit vier Schleppnetzen in der Gemarkung Johannisburg.
Reinersdorf (Niedzwedzen): Das Recht der freien Fischerei zu Tisches Notdurft mit kleinem Gezeuge und einem losen Aalwehr (Netzaalsack) in der Gemarkung Reinersdorf. Berechtigt waren die Bauern  Meyer-Dauter, Lenz, Pichler, Payk und Schick.
Sparken: Das Recht der freien Fischerei zu Tisches Notdurft mit kleinem Gezeuge und einem losen Aalwehr in der Gemarkung Sparken. Berechtigt waren die Bauern Pietrzik (Holm), Adolf Sparka, Skubnewski, Woyciechowski.
Wilkenhof (Wilken): Das Recht der freien Fischerei zu Tisches Notdurft im ganzen Pissekfluß vorn Roschsee bis zur Landesgrenze mit sämtlich gestatteten Gezeugen. Ausgeübt wurde die Fischerei mit je einem losen Aalwehr, mit Schleppnetzen und Netzreusen. Berechtigt waren die Bauern Adolf Pissowotzki, Adolf Nisch, Gustav Losch, Adam Synofzik, Otto Losch, Ottilie Czwallina, Ewald Sparka. Außerdem hatte der Bauer Adolf Pissowotzki ein feststehendes Aalwehr, das einzige im Pissekfluß. Es war aus Mauerwerk und starkem Maschendraht erbaut und  versperrte den ganzen Flullauf während mit den losen Aalwehren nur die Hälfte des Flußlaufs versperrt werden durfte; sie mußten mit Sonnenaufgang entfernt werden. Die Fänge aus dem feststehenden Aalwehr durften frei verkauft werden.
Dreifelde (Kallenzinnen): Das Recht der freien Fischerei zu Tisches Notdurft mit kleinem Gezeuge in der Gemarkung.
Brödau (Bogumillen): Die Gemeinde besaß das Recht der freien Fischerei zu Tisches Notdurft gemeinschaftlich mit einem losen Aalwehr im ganzen Pissekfluß. Dasselbe Recht besaßen auch die Gemeinden Turau (Turowen) und Simken (Adlig Symken).

Die Ausübung der Fischerei zu Tisches Notdurft  war behördlicherseits mit einem Boot und zwei Mann festgesetzt. Die Fischereiberechtigungen wurden verschieden bewertet, dem Bauern Adolf Pissowotzki sen. in Wilkenhof wurde für das feststehende Aalwehr von der Regierung eine Ablösungssumme von 20.000 Mark geboten und Ewald Sparka versteuerte jährlich 1.000 Mark aus der Fischerei.

Die Fischereirechte im Morgensee (Kumilskosee) waren auch grundbuchlich gesichert. Die Fischerei wurde ausgeübt mit Schleppnetzen und Netzreusen, und zwar von den Bauern Rattay, Wielgoß, Rudnik, Christofzik u. a.
  

Quellen:
Bild: Familienarchiv Sczuka, Bad Kreuznach / Ostpreußen, 1898;
Text: Der Kreis Johannisburg, Holzner Verlag Würzburg, 1964, Seite 173

 
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