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Der Ordensstaat
 

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Der Ordensstaat von 1310 - 1466

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Der Prußenkrig des Deutschen Ordens von 1230 bis 1283
Die Blütezeit des Deutschen Ordens in Preußen im 14. Jahrhundert

Der Deutsche Orden

Deutscher Orden (auch als Deutschritterorden, Deutschherrenorden, Kreuzritterorden bezeichnet, lateinisch Ordo domus Sanctae Mariae Theutonicorum), 1190 während der Belagerung von Akko im Rahmen des 3. Kreuzzuges von Bremer und Lübecker Kaufleuten gegründeter Krankenpflegeorden, der 1199 in einen geistlichen Ritterorden mit Sitz in Akko umgewandelt wurde; sein Ordenszeichen war das schwarze Kreuz auf weißem Mantel. Neben den Templern und den Johannitern war der Deutsche Orden der dritte der großen mittelalterlichen Ritterorden, die während der Kreuzzüge gegründet wurden.

Die Goldbulle von Rimini, ausgestellt 1226 von Kaiser Friedrich II.Das Zentrum der Aktivitäten des Ordens verlagerte sich bereits im frühen 13. Jahrhundert vom Heiligen Land ins Baltikum: 1226 bat Herzog Konrad von Masowien den Deutschen Orden unter seinem Hochmeister Hermann von Salza um Hilfe gegen die heidnischen Pruzzen (Preußen) und überließ ihm dafür das Culmer Land (in Preußen). Kaiser Friedrich II. ermächtigte den Orden 1226 in der Goldbulle von Rimini, das heidnische Gebiet im Norden zu erobern, die Bewohner zu bekehren und selbst die Herrschaft in dem eroberten Gebiet auszuüben. Damit war die Grundlage für den Deutschordensstaat geschaffen. Bis 1280 hatte der Orden die Pruzzen besiegt; daneben konnte er sich dank seiner Vereinigung mit dem Schwertbrüderorden 1237 in Livland festsetzen, 1308 erwarb er Pomerellen mit Danzig, 1346 Estland, 1398 Gotland, und mit dem Erwerb der Neumark 1402 hatte das Territorium des Ordens seine größte Ausdehnung erreicht.

1309 verlegte der Orden den Sitz seines Hochmeisters von Venedig, wo er seit 1291 residierte, nach Marienburg in Westpreußen. Der Ordensstaat entwickelte sich zu einer bedeutenden Wirtschaftsmacht im Ostseeraum, und seine wichtigsten Städte (u. a. Danzig, Thorn, Königsberg) gehörten der Hanse an. Als die Christianisierung des Baltikums abgeschlossen und die Missionsaufgabe des Deutschen Ordens erfüllt war, geriet der Orden zunehmend in Gegensatz zu Polen, das in Personalunion mit Litauen, wo der Deutsche Orden nie hatte Fuß fassen können, verbunden war. 1410 unterlag das Ordensheer bei Tannenberg einem polnisch-litauischen Heer, und der Orden musste im 1. Thorner Frieden von 1411 einige Gebietsverluste hinnehmen. Nach einer langwierigen Auseinandersetzung mit den preußischen Ständen, die von Polen unterstützt wurden, musste der Orden im 2. Thorner Frieden von 1466 weitere Gebiete an Polen abtreten (Pomerellen mit Danzig, Marienburg, das Culmer Land und das Ermland) und die Oberhoheit des polnischen Königs über das restliche ostpreußische Ordensland anerkennen; der Sitz des Hochmeisters wurde nach Königsberg verlegt. 1525 wandelte der letzte Hochmeister des Ordens, Markgraf Albrecht von Brandenburg-Ansbach, das preußische Ordensland in ein erbliches, säkularisiertes Herzogtum unter polnischer Lehenshoheit um, was von Kaiser, Papst und Deutschmeister jedoch nicht anerkannt wurde.

Im Heiligen Römischen Reich bestand der Orden weiter bis zu seiner Auflösung durch Napoleon 1809. In Österreich wurde er 1834 als „Hoch- und Deutschmeister" wiedergegründet und konzentrierte sich in erster Linie auf Wohltätigkeitsarbeit. 1929 wurden die Hoch- und Deutschmeister in einen rein geistlichen Orden umgewandelt, von 1938 bis 1945 war der Orden verboten, und 1945 wurde er in Österreich und der Bundesrepublik wiederbelebt.

An der Spitze des Deutschen Ordens stand der Hochmeister, der jeweils auf Lebenszeit gewählt wurde; ihm zur Seite standen fünf Großgebietiger: der Großkomtur (Statthalter des Hochmeisters), der Marschall (zuständig für das Heerwesen), der Tressler (Schatzmeister), der Trapier (zuständig für die Ausrüstung) und der Spittler (Leiter des Hospitalwesens). Daneben gab es einige Provinzialobere: den Deutschmeister für die zwölf deutschen Ordensballeien, der seit 1494 Reichsfürst war, seit 1525, seit der Säkularisierung des Ordensstaates also, das Hochmeisteramt verwaltete und daher später auch als Hoch- und Deutschmeister bezeichnet wurde; den Landmeister für Livland sowie Landkomture für die Ordensgebiete außerhalb Deutschlands. Der Orden setzte sich aus dem Mönchsgelübde verpflichteten Priester- und aus Ritterbrüdern zusammen sowie aus dienenden Halbbrüdern.

Der Prußenkrig des Deutschen Ordens von 1230 bis 1283
Die Blütezeit des Deutschen Ordens in Preußen im 14. Jahrhundert 

Livland

Livland, historische Landschaft an der Ostsee zwischen Kurland und Estland. Livland wurde nach den dort bis ins 20. Jahrhundert hinein siedelnden finnischen Liven benannt. Im 10. Jahrhundert lag Livland im Einflussbereich des Fürstentums Nowgorod, seit der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts machte sich hier durch eine Handelsniederlassung Lübecker Kaufleute und durch Missionstätigkeit auch deutscher Einfluss bemerkbar. 1207 erhielt der Bischof von Riga, unterstützt vom Schwertbrüderorden, Livland als Reichslehen; nach der Niederlage des Schwertbrüderordens gegen die Litauer und die Semgaller übernahm 1237 der Deutsche Orden dessen Schutzfunktion. Die politische Ordnung Livlands wurde von seiner Aufteilung in fünf geistliche Gebiete (das Erzbistum Riga, die Bistümer Dorpat, Kurland und Ösel-Wik und das Gebiet des Deutschen Ordens) geprägt, wobei der Deutsche Orden die bestimmende Kraft war. 1522 fand die Reformation in Livland Eingang. 1558 fiel der russische Zar Iwan IV. in Livland ein und löste damit einen bis 1583 dauernden Krieg gegen Polen-Litauen und Schweden aus. 1561 kam Livland zu Polen. Während des Dreißigjährigen Krieges erwarb Schweden unter Gustav Adolf II. und Graf Oxenstierna Livland. Im Frieden von Oliva, der 1660 den 1. Nordischen Krieg beendete, wurde der schwedische Anspruch auf Livland bestätigt. 1710 eroberte der russische Zar Peter der Große während des Großen Nordischen Krieges Livland, das ihm im Frieden von Nystad 1721 bestätigt wurde. In der Folge war Livland als Gouvernement eine der russischen Ostseeprovinzen. Im Frieden von Brest-Litowsk von 1918 verzichtete Russland auf Livland. Im Anschluss an den 1. Weltkrieg wurde es entsprechend der Sprachgrenze zwischen den Republiken Lettland und Estland aufgeteilt.
 

Kurland

Kurland (lettisch Kurzeme), historische Landschaft in Lettland zwischen der Ostsee und dem Fluss Düna mit der Hauptstadt Mitau.

Kurland wurde nach den dort siedelnden westfinnischen Kuren (auch Curones, Kors) benannt, die 1267 vom Deutschen Orden unterworfen wurden. Nach dem Ende des Ordensstaates vergab der polnische König Sigismund II. August 1561 Kurland als erbliches Herzogtum an den livländischen Deutschordensmeister Gotthard Kettler (um 1517 bis 1587), das damit zum Lehen unter polnischer Oberhoheit wurde. Die Nachkommen Kettlers regierten das Land bis 1737. Die russische Zarin Anna Iwanowna vergab es dann 1737 an ihren Günstling Ernst Johann Biron, den sie zum Herzog von Kurland erhob. Birons Sohn trat Kurland 1795 an Russland ab. Bis 1918 bildete Kurland mit Semgallen ein russisches Gouvernement, bis 1939 eine Provinz der Republik Lettland. Von 1915 bis 1919 und zwischen 1941 und 1944 war Kurland von Deutschland besetzt.

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Quellen:
Foto: Archivmaterial;
Text: MS Encarta Enzyklopädie plus 2000, 1999,
Stichworte: "Deutscher Orden" , "Livland" und "Kurland";
Grafik: Handbuch der historischen Stätten Ost- und Westpreußen,
Kröner Verlag Stuttgart, 1966-1981, Seite 251

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Stand: 09. August 2014