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Ostpr. Verwaltung
 

Erläuterungen

 
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Johannisburg in Ostpreußen

 
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Verwaltungsübersicht 1939
in Ostpreußen

Ortsnamen-Verzeichnisse

 

Nr. Kreis Nr. Kreis Nr. Kreis
1
11
26
27
28
Bartenstein *
Pr. Eylau *
Treuburg
Allenstein Stadt
Allenstein Land
29
30
31
32
33
Johannisburg
Loetzen
Lyck *
Neidenburg *
Ortelsburg *
34
35
36

 
Osterode
Rößel
Sensburg

 

 

Erläuterungen zu den Ortsnamen-Änderungen in Ostpreußen

* Verzeichnisse nach anderen Schemata

Die Grenzen Ostpreußens

 

1802-1819:

In Preußen werden Überlegungen zu einer sinnvolleren Verwaltungsgliederung angestellt. Der napoleonische Krieg, in dessen Verlauf Preußen mehr oder minder nur als Provisorium besteht, macht die Ausführungen sinnlos. Erst im Beginn der Reformzeit 1812 werden die Überlegungen entscheidungsreif, doch es gibt noch zahlreiche Nachbesserungswünsche, so daß erst 1819 die Kreise so geordnet worden sind, wie sie im wesentlichen bis 1945 bestanden haben.

30.04.1815:

Kgl. Verordnung wegen verbesserter Einrichtung der Provinzialbehörden: Preußens Staatsgebiet wird in 10 Provinzen mit ihren historischen Gebietsgrenzen eingeteilt.

24.04.1816:

Das Departement Gumbinnen verliert seine Gebietsteile an der Ostsee, d.h. die Kreise um Memel, die zum Departement Königsberg kommen.

1819:

Die Verwaltungsreform wird nun gänzlich durchgeführt: die Regierungsbezirke lösen die Departements ab, die Kreise wurden wegen der erweiterten Funktionen der Landräte verkleinert.

03.12.1829:

Ostpreußen und Westpreußen werden durch Kabinettsorder zu einer Provinz Preußen vereinigt.

01.04.1878:

Ostpreußen wird mit Gesetz v. 19.03.1877 wieder von Westpreußen abgetrennt und selbständige Provinz. Regierungsbezirke:

01.11.1905:

Die Regierung im neu geschaffenen RegBez. Allenstein, nimmt ihre Geschäfte auf. Der neue RegBez. wurde hauptsächlich aus Kreisen des RegBez.

10.01.1920:

Der Versailler Vertrag vom 28.06.1919 tritt in Kraft. Für Westpreußen bedeutet dies: Auflösung und Teilung. Der bei Deutschland verbleibende Teil östlich des neu geschaffenen polnischen Korridors gelangt als RegBez. Westpreußen zu Ostpreußen. - Sitz der Bezirksregierung des RegBez. Westpreußen wird Marienwerder. - Danzig wird zur Freien Stadt erklärt. Das nördliche Memelland/Memelgebiet kommt unter Verwaltung des gerade erschaffenen Völkerbundes bzw. der Alliierten. Das Soldauer Gebiet, ein Teil des Lkr. Neidenburg, wird zu Polen bestimmt.

Der westliche, bei Deutschland verbliebene Teil Westpreußens wird mit dem Rest Posens zur neuen Provinz Grenzmark Posen-Westpreußen zusammengefaßt.

11.07.1920:

In der durch den Versailler Vertrag bestimmten Volksabstimmung in den südlichen Kreisen des RegBez. Westpreußen sowie des RegBez. Allenstein entscheiden sich 97,5 % der Bewohner für Deutschland.

10.01.1923:

Litauen besetzt und annektiert in einem Handstreich das unter dem Mandat des Völkerbundes stehende Memelgebiet.

22.03.1939:

(Durch Druck auf Litauen erzwungene) Wiedereingliederung des von Litauen annektierten Memelgebietes. In der Verordnung vom 24.08.1939 wird die Gliederung des Memelgebietes in seine Kreise festgesetzt: Auflösung des Lkr. Pogegen; Angliederung der Kreise an den RegBez. Gumbinnen.

28.09.1939:

Gewaltsame Wiedereingliederung des Soldauer Gebietes in seinen alten Landkreis Neidenburg.

08.10.1939:

Angliederung eines neu konstruierten RegBez. Zichenau (Ciechanow) und des Lkr. Sudauen (Suwalki) an den RegBez. Gumbinnen. Dieser RegBez. wird am 01.08.1941 noch um ein kleines Stück östlich des Kreises Scharfenwiese erweitert.

Der RegBez. Westpreußen (Stkr. Elbing, Lkr. Elbing, Lkr. Marienwerder, Lkr. Rosenberg u. Lkr. Stuhm) werden dem neu geschaffenen Reichsgau Danzig-Westpreußen zugeschlagen. Damit war Westpreußen nicht mehr der Verfassung des Landes Preußen unterstellt.

02.08.1945:

Durch das Potsdamer Abkommen der Siegermächte wird Ostpreußen in zwei Teile, damals noch Verwaltungsbezirke genannt, geteilt. Eine Demarkationslinie vom Frischen Haff bis durch die Rominter Heide wird später noch an einzelnen Stellen verändert.

Bei der Alliierten-Konferenz von Jalta vom 04.-11.02.1945 war Ostpreußen mit einem Freihand gezogenen Strich auf einer groben 1:1,5 Mio.-Karte aufgeteilt worden.

17.10.1945:

Das nördliche Ostpreußen wird als "militärischer Sonderbezirk Königsberg" der UdSSR angegliedert.

07.04.1946:

Das nördliche Ostpreußen wird entgegen dem Inhalt des Potsdamer Abkommens als "Kenigsbjergskaja Oblast" der Zentralen Großrussischen Sowjetrepublik (RSFSR) unterstellt.

04.07.1946:

(oder 04.06.1946 ?) Der "Kenigsbjergskaja Oblast", das nördliche Ostpreußen, wird in "Kaliningradskaja Oblast" umbenannt.

Bald darauf, nachdem die restliche deutsche Bevölkerung ausgewiesen worden war, wurde es als Sperrgebiet bis mindestens 1991 für Nicht-Sowjetbürger nicht mehr betretbar.

1946:

Polen baut seine Verwaltung auf. Das unter polnischer Verwaltung stehende Ostpreußen wird auf die neuen Wojewodschaften Bialystok, Allenstein (Olsztyn) verteilt. Der Regierungsbezirk Westpreußen wird von der Wojewodschaft Danzig (Gdansk) verwaltet.

1947:

Das Memelgebiet wird in die Litauische SSR eingegliedert. - Heute ist es auf zwei Kreise verteilt: der weitaus größte Teil gehört zum Kreis Memel (Klaipeda), ein kleiner Teil um Wischwillen, Laukszargen, Schäcken zum Kreis Tauroggen (Taurage).

1957:

Polen verändert einige Wojewodschaftsgrenzen, wovon das südliche Ostpreußen jedoch nur unbedeutend betroffen ist.

vor dem
01.05.1965:

Die RSFSR der UdSSR teilt das nördliche Ostpreußen neu ein, wobei 13 Kreise (Rayone) entstehen: Angerapp [Darkehmen], Cranz, Ebenrode [Stallupönen], Friedland, Gumbinnen, Haselberg, Heinrichswalde, Insterburg, Labiau, Neuhausen, Pr. Eylau, Ragnit und Tapiau. Daneben bestehen die kreisfreien Städte Tilsit, Pillau, Rauschen und Zimmerbude sowie einige besondere Orte, die in der Verwaltungshierarchie einer höheren Instanz unterstehen. Zu letzteren zählen Neukuhren, Palmnicken, Fischhausen und ein unbekannter Ort nordwestl. Königsberg, evtl. Amalienhof.

1975:

Polen reformiert seine Verwaltung: Die Wojewodschaft Allenstein (Olsztyn) wird zugunsten der neuen Wojewodschaften Suwalken (Suwalki) und Elbing (Elblag) verkleinert. Die Wojewodschaft Danzig bleibt bestehen.

01.01.1999:

Polen reformiert erneut seine Verwaltung: Die Wojewodschft Allenstein, Olsztynskie Warmia i Mazury (etwa: Allensteiner Ermland in Masuren) genannt, wird erheblich vergrößert. Die Wojewodschaft Suwalken wieder wieder aufgelöst, der östlichste Teil des südlichen Ostpreußen kommt zur neuen Wojewodschaft Bialostockie Podlasie. Die Wojewodschaft Elbing wird mit Danzig zusammen in eine neue Wojewodschaft Gdanskie Pomorze Nadwislanskie gegliedert.

Ein paar Stichworte

Departement (Dept.)
Das Departement oder Kammerdepartement entsprach etwa einem Regierungsbezirk; der Begriff wurde bis Anfang des 19. Jhs. verwendet. Es gab in Ostpreußen nur zwei Departements: das Kgl. Ostpreußische Dept. mit Sitz in Königsberg und das Kgl. Litauische Dept. mit Sitz in Gumbinnen. Den Departements unterstanden die Ämter.

Kriegs- und Domänenkammer
Stand bis zum Beginn des 19. Jhs. einem Kammerdepartement vor und entsprach damit in etwa einer Bezirksregierung.

Amt
Bis zu Beginn des 19. Jhs. die dem Departement direkt unterstellte Verwaltungseinheit. Kleiner als die späteren Kreise.

Land
Teilstaat im föderalen System des Deutschen Reiches. Hier: Preußen.

Provinz (Prov.)
Größte Verwaltungseinheit in Preußen. Hier: Ostpreußen. Staatlicher Verwaltungsbezirk und zugleich Kommunalverband.

Regierungsbezirk (RegBez.)
Staatlicher Verwaltungsbezirk.

Stadtkreis (Stkr.)
Eine Selbstverwaltungskörperschaft, d.h. ein Stkr. führte staatliche Aufgaben im Auftrag nach Weisung durch.

Landkreis (Lkr.)
Staatlicher Verwaltungsbezirk und ebenfalls Kommunalverband. Die Kreisgrenzen orientierten sich vorwiegend an Kirchspielgrenzen, weshalb das Ermland nie bei den Kreisneueinteilungen in seinen Grenzen angegangen worden ist. Andererseits gab es infolge der jahreszeitlichen Unerreichbarkeit bestimmter entfernter Kreisteile viele verkehrsgeographische Zwänge.

Amtsbezirk (Amtsbez.)
Eine ausführende Körperschaft eines Landkreises.

Kreisstadt
Die Stadt, in der sich das Kreisamt befindet. Dem Kreisamt steht ein Landrat vor, der bis zum Beginn des 19. Jhs. oft von seinem Gut aus die Geschäfte führte, so daß die eigentliche Kreisstadt meist die nächstgrößere Stadt in der Nähe war, in der sich z.B. auch das Landgericht befand. Es war der Regierung bis dato recht gleichgültig, ob der Landrat für die Kreisbewohner gut erreichbar war oder nicht. (Mancher Landrat führte seine Amtsgeschäfte sogar von außerhalb des Kreises, wie im Kreis Braunsberg, dessen Landrat um 1800 in Korbsdorf bei Wormditt residierte.) 1816 erließ die Regierung in Königsberg daher eine Anweisung, nach der ein Landrat an ein oder zwei Markttagen in der Kreisstadt festgelegte Sprechstunden abzuhalten hatte. Erst um 1820 wurden Kreisorte in Preußen auch unter dem Gesichtspunkt einer verkehrsgünstigen Anbindung ausgewählt. Es war nicht immer leicht, in Ostpreußen die geeignete Kreisstadt zu finden, da manche Kreise unter ihrer Ländlichkeit 'litten'. Daher wurden nicht wenige Städte in dieser Würde ausgetauscht.

Selbständiger Gutsbezirk (Gutsbez.)
Ebenso eine ausführende kommunale Körperschaft eines Lkr., die aus gutsherrlichen Zeiten stammte. Ein Gutsherr war mit obrigkeitlicher Gewalt ausgestattet, erfüllte öffentliche Verwaltungsaufgaben und Aufgaben, die auf der Ebene der Landgemeinden lagen. Mit Gesetz vom 27.12.1928 abgeschafft. (Von 2276 Gutsbezirken 1925 bestanden 1934 nur noch 25.)

Quelle:
Thomas Salein, (www.geocities.com/Athens/Styx/5329/);
http://www.geocities.com/Athens/Styx/5329/onfenster.htm
, 2001

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Stand: 09. Oktober 2017